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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Zweites Kapitel.

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schildert das Leben selbst in seiner höchsten Steigerung,seine Dichtung ist Mimesis, d. h. künstlerische Darstellungdes handelnden Lebens und seiner Folgen, Darstellung einerernsten, bedeutungsvollen Handlung, welche ihr Ziel in sichselber hat 0?«^ leXel«).Das Leben aber ist", wie Aristo-teles einmal sagt,selbst Handlung." Auch der tragische Dichterhat also ein Objektives, das ernachahmt", das Leben. Aberdies Nachahmen ist kein Kopieren im Sinne des deutschenAusdrucks; und die ganze Poetik des Aristoteles ist in ihremwesentlichsten. Bestandteile, in der Lehre von der Tragödie,nichts anderes als der erklärende Nachweis der freienschöpferischen Thätigkeit des Dichters und der Erhabenheitseines Werkes über der Realität des objektiv Gegebenen.Dieser Nachweis, der sich in den berühmten Worten, welchedas Verhältnis von Poesie und Geschichte zueinander aus-sprechen, zu epigrammatischer Schärfe zuspitzt, gibt sicheben so klar in dem Satze kund: daß der epische Dichternur in der Darstellung des Objektiven, niemals aber daNachahmer" sei, wo er in eigener Person spreche und seineGedanken, seine Gefühle aus sich herausstelle.

So gefaßt, erscheint der ganze Streit über eine vonAristoteles gepredigte Lehre von der direktenNaturnach-ahmung" in der Kunst vollständig als ein müßiger. Dennnichts kann thörichter und lächerlicher sein, als wenn derNaturalismus und Realismus in der Kunst es sich bei-kommen lassen, sich auf die Autorität des großen alten Denkerszu berufen, der wie kein anderer die schöpferische Freiheit

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