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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

Handwerkers zu setzen. Diese Verirrung Platons aufgedecktund gezeigt zu haben, daß das Kunstwerk vielmehr über derRealität stehe, daß durch die künstlerische Thätigkeit dieRealität gereinigt und geistig verklärt werde, ist Aristoteles'unsterbliches Verdienst. Denn dieses nachahmende Bildendes Künstlers ist zugleich ein freies Schaffen, sein Nach-schaffen ein veredelndes Umschaffen, und der Dichter ist zumBeispiel selbst da frei schöpferisch und muß es sein, wo seineDichtung ein objektiv gegebenes, ein historisch Bestimmtesbehandelt. Er muß es sein, weil die Mimesis, die Thätig-keit, deren Produkt und Ausdruck das Kunstwerk ist, ebeneine geistige ist, die es zu thun hat mit der Darstellung desEwigen, Wesentlichen und Notwendigen gegenüber der mitden Schlacken der Zufälligkeit und Unwesentlichkeit behaftetenRealität des Natur-Objektes. Diese höhere Wahrheit deskünstlerischen Scheins, diese ideale Wahrheit des Kunstzweckshatte der geistreiche Sophist Go'rgias im Auge, als er nachder Manier seiner Zeit sein Urteil über die Tragödie indem Ausspruch pointierte:sie sei freilich eine Täuschung(E^), ein Schein, aber ein solcher, der denjenigen, welchemer gelinge, über den stelle, dem er nicht gelinge, und beidem der Getäuschte weiser (----jxü-repoc) und gebildeter erscheineals der nicht Getäuschte"/'

Die höchste Stufe dieser Thätigkeit des Geistes, welcheAristoteles als das künstlerische Nachahmen bezeichnet,

ist die des tragischen Dichters und das höchste Kunstwerkebendeshalb die Tragödie. Denn der tragische Dichter

7. Pluta'rch, Vom Ruhme der Athener, Kap. 8.