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Aristoteles, Poetik.
Aristoteles geht dabei auf den dem Menschen vor allenlebenden Geschöpfen vorzugsweise eigenen Trieb zur Mimesiszurück, die er hier ganz wörtlich als Nachahmung versteht,wenn er es im vierten Kapitel der Poetik ausspricht: Dieserdem Menschen von der Natur eingepflanzte Trieb nach-zuahmen, verbunden mit der ihm eben so ursprünglich eigenenFreude an dem Produkte der Nachahmung, sei der natürlicheUrsprung aller Poesie und somit aller Kunst überhaupt. Ichhabe in den Bemerkungen zu jener Stelle darauf hingewiesen,daß in dieser Ansicht von dem Triebe der Nachahmung imMenschen und von dem ersten ursprünglichsten, aber auchrohesten Kunstgenüsse, welcher in der Vergleichung des Abbildesmit dem Urbilde, des „Nachgeahmten" mit dem Gegenständebesteht, Aristoteles und Goethe übereinstimmen. Allein diesist nur gleichsam die natürliche Grundlage, auf welcher derphilosophische Begriff der Mimesis, der künstlerischen Nach-ahmung beruht, die nach Aristoteles das Gemeinsame allerschönen Künste ist, welche er sämtlich als Mimesis, als Nach-ahmung, auffaßt! ° Der Ausdruck „Nachahmung", der ein-zige, welcher dem griechischen Mime'sis noch am nächstenkommt, erzeugt aber sogleich bei uns die falsche Vorstellungder Gebundenheit an das Objekt der Nachahmung, der Unfrei-heit, der Abwesenheit des Selbstschöpferischen in dem nach-ahmenden Künstler. Aber wir haben leider kein Wort, dasin so naiver Einfachheit, und so allgemein anerkannt undverständlich wie das griechische, die künstlerische Thätigkeitund das gemeinsame Wesen aller künstlerischen Hervor-