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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

so wie der Musik und Poesie. Doch erst Platon unterwarfdieses Prinzip aller Kunst einer ausführlichen philosophischenBehandlung. Durch seine ganze Betrachtungsweise der Kunstgeht eine heftige Pole'mik gegen die Kunst und gegen dieStellung, welche, zumal die Dichtkunst, im hellenischen Volkeund Leben einahm. Daß Poesie und Kunst sich ebenbürtigder Philosophie zur Seite zu stellen, daß sie mit ihrenLeistungen eine hohe Bedeutung für die Bildung der Mensch-heit zu beanspruchen wagten, erschien dem Meister der Aka-demie als eine durch nichts gerechtfertigte Anmaßung.Zu dieser seiner Feindseligkeit gegen die Kunst mußte ihmdas Prinzip derselben, als welches er, wie die gesamte helle-nische Philosophie, die Mimesis erkannte, die Waffen schmie-den helfen. Weil alle Künste auf diesem Prinzipe beruhen,allenachahmende" sind, so fehlt ihnen, nach Pla'ton,alle Realität. Sie vermögen nur den Schein der Wirk-lichkeit und Wesenheit der Dinge zu geben; sie gehen nurauf Sinnenreiz und Täuschung des Hörers und Beobach-ters. Die Künstler selbst haben keine Einsicht in das wahreWesen der Dinge, deren Scheinbilder sie hervorbringen; ihrThun und ihre Werke sind ein bloßes müßiges Spiel (Em«),berechnet auf das, was dem Volk und den Unkundigen (denNichtphilosophen) als schön erscheint, kein ans das Wesengehender Ernst und selbst diejenige Kunstform, welche

den höchsten Rang einnimmt, die Tragödie, macht davonum so weniger eine Ausnahme, als sie gerade die am meistenund vollständigsten mime'tische (nachähmende) von allen ist.So gelangt Platon zu dem Resultat: die nachbildende Kunstist an sich schlecht, sie wirkt ans und durch das Schlechte