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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Einleitung. Zweites Kapitel.

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Zweites Kapitel.

Aristoteles unö öas Prinzip öer Mmests

(derWachaHmung").

Schon mit dem Prinzip, welches Aristo'teles* * an dieSpitze seiner Poe'tik stellt und auf welches seine ganzeKunstlehre gebaut ist, beginnt die Pole'mik des Stagiritengegen Pla'ton, welche sich, wie wir sehen werden, durch seineganze Poetik hindurchzieht.

Dies Prinzip ist die Lehre von der Mime'sis. Dawir das griechische Wort seinem philosophischen Begriffe beiAristoteles entsprechend durch unser deutsches Wort Nachah-mung nur unvollkommen wiederzugeben vermögen, wiees denn eine bekannte Thatsache ist, daß unser Verständnisgriechischer Philosophie durch die Schwierigkeit, viele Aus-drücke und Begriffe, die aus antiken Anschauungen undVorstellungen beruhen, durch vollkommen entsprechende mo-derne Ausdrücke wiederzugeben, wesentlich erschwert wird^,so sei es einstweilen gestattet, den griechischen Ausdruck Mi-mesis so lauge beizübehalten, bis es uns gelungen sein wird,das Wesen derNachahmung", welche Aristoteles als Prin-zip aller Kunst ausstellt, erläuternd aufzuhellen.

Mime'sis und mimeiffhai (Nachahmung und nach-ahmen) waren schon vor Aristoteles und Platon geläufigeAusdrücke zur Bezeichnung des Wesens der bildenden Künste,

Vergl. Spengel, Über die Ein Bei-

trag zur Poetik des Aristoteles, München, 1859, S. 37 fg.

* Der Laut, hinter dem das Zeichen' steht, hat den Ton: Deutschland ü'ber a'tteS.92 s-angenschridtscheB. gr. u. rLi. Kl.; Bd. 22; Lsrg. 5.^ Aristoteles I!I. 2