Einleitung. Erstes Kapitel.
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zu haben versichert, findet sich nun in der uns erhaltenenAristotelischen Poetik entweder gar nicht oder doch nur sehrkurz und ungenügend behandelt. Es bleibt also, meintRitter, nur zweierlei anzunehmen übrig:
entweder: die Aristotelische Poetik ist in sehr ver-stümmelter Gestalt auf uns gekommen;
oder: das Werk, auf welches Aristoteles in jenenStellen verweist, war ein anderes, als die. uns erhalteneAbhandlung.
Ritter entscheidet sich für die erstere Annahme. Nach sei-ner Ansicht haben wir in dieser Poetik von dem Orginal-werk in zwei Büchern nur noch einen kleinen Teil (xmutü-ouls-m) übrig, einen Auszug aus dem vollständigen Werke;und selbst dieser Auszug enthält nur etwa in zwei Drittei-len echt Aristotelisches, während das übrige von einemoder mehreren ungeschickten Jnterpolato'rcn herrührt. Verlo-ren ist die Behandlung der Komödie, der Dithyra'mben-und No'menpoesie, verloren selbst ein Teil der Ausführungdes E'pos und der Tragödie; von letzterer fehle namentlichder ganze wichtige Abschnitt über die Katharsis der Pathe'-mata, von welcher weiterhin die Rede sein wird. Auchdie Behandlung der Diktion im einundzwanzigsten undzweiundzwanzigsten Kapitel ist nur verstümmelt auf unsgekommen, und das Ganze hatte diese zerrissene und ver-stümmelte Gestalt schon im dritten nachchristlichen Jahrhun-dert; — das heißt mit anderen Worten: kein alter Schrift-steller, dessen Zeugnis wir haben, zitiert dasselbe in seinervon Diogenes Lae'rtius angegebenen ursprünglichen Gestaltvon zwei Büchern.