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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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Aristoteles, Poetik.

Beschaffenheit im ganzen, sich seit mehr als einem Jahrhundertder Scharfsinn der gelehrtesten Philologen und der tiefstenDenker versucht hat.

Schon Lessing, von dessen Hamburgischer Dramatur-gie eine neue Epoche des Verständnisses und der Wirksam-keit dieser ältesten Asthe'tik datiert, sprach es aus, daß eineUntersuchung über die Entstehung und Grundlage der Aristo-telischen Poetik zur richtigen Würdigung dieser Schriftdurchaus notwendig sei. Daß ihn selbst diese Untersuchungzu einem von allen damaligen Ansichten abweichenden Resul-tate geführt hatte, geht aus der Art und Weise hervor, wieer sich in dem Schlußkapitel der Hamburgischen Drama-turgie ? über diesen Gegenstand ausdrückt. Er, der densichersten Beweis für die Richtigkeit seiner eigenen Ansich-ten über das Wesen der dramatischen Dichtkunst darin zufinden bekannte, daß er dasselbevollkommen so erkenne,wie es Aristoteles aus den unzähligen Meisterstücken dergriechischen Bühne abstrahieret" habe, fügt diesem Bekennt-nisse die Worte hinzu:Ich habe von dem Entstehen,von der Grundlage der Dichtkunst dieses Philoso-phen meine eigenen Gedanken, die ich hier ohneWeitläuftigkeit nicht äußern könnte. Indes steh' ichnicht an, zu bekennen (und sollte ich in diesen erleuchtetenZeiten auch darüber ausgelacht werden!), daß ich sie fürein ebenso unfehlbares Werk halte, als die Elemente desEukli'd nur immer sind. Ihre Grundsätze sind eben sowahr und gewiß, nur freilich nicht so faßlich und daher

7. Werke (herausgegeben von Karl Lachmann) VII, S. 453.