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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Man müsse vielmehr nothwendig zeige», daß das Nichtseiende sei; ausdiese Weise werde nemlich aus dem Seienden und noch einem Anderndas Seiende sich ergeben, wenn es ein Vieles sein solle. Allein erstlichist zu entgegnen: wenn das Seiende auf vielerlei Weise gedacht wird,(denn es bedeutet einmal die Substanz, sodann das Qualitative, danndas Quantitative und überhaupt die weiteren Kategorieen), von wel-cher Art ist denn das Seiende, welches alles Eins sein soll, wofernnicht das Nichtseiende ist? Ist es die Substanz oder sind es die Eigen-schaften u. s. f. oder Alles zusammen? und soll Eins sein das Diesesund das Solches und das so und so Große und was sonst etwa nochdas Seiende bedeutet? Allein es ist widersinnig oder vielmehr un-möglich, daß ein bestimmtes Wesen Ursache sei davon, daß von deniSeienden das eine ein Dieses ist, das andere ein Solches, das dritteein so und so Großes und das Weitere ein Wo u. s. s. Ferner ist dieFrage: was für ein Nichtseiendes ist es, welches zusammen mit demSeienden die seienden Dinge hervorbringt? denn da das Seiende aufvielfache Weise ist, so ist dasselbe auch beim Nichtseienden der Fall;z. B.Nicht-Mensch sein" bedeutet: nicht ein Dieses sein,nicht ge-radsein" bedeutet: nicht ein Solches sein,nicht dreiellig sein" be-deutet: nicht so und so groß sein. Von welcher Art ist nun das Nicht-seiende und Seiende, woraus die vielen seienden Dinge entstehen?Plato ') will das Falsche dafür setzen und dieß nennt er das Nicht-seiende, aus welchem zusammen mit dem Seienden die vielen seiende»Dinge entstehen. Darum heißt es auch: mann müsse etwas Falscheszur Voraussetzung nehmen, gerade so, wie die Geometer die Voraus-setzung zu Grund legen, daß eine Linie einen Fuß lang sei, obgleichsie es nicht ist. Allein eine solche Annahme ist nicht möglich dennj die Geometer legen ja keine falsche Voraussetzung zu Grund, (denn inihrem Schluß gilt der Vordersatz nicht als falsch) und aus dem in die-ser Weise nicht Seienden kann das Werden und Vergehen nicht erklärtwerden. Vielmehr, da wir ein Nichtseiendes haben, welches nach denverschiedenen Fällen der Zahl der Kategorieen entspricht, daneben aberdas Nichtseiende als das Potenzielle, so ist es das letztere, aus welchemdas Werden zu erklären ist; nemlich der Mensch wird a»S dem, was

') Wahrscheinlich bezieht sich dieh aus kiat. ZoxU. 237 sf. ,