Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

341

falls sind diese früher, als die in der Achtheit enthaltenen und, wie sieselbst von der Zweiheit hervorgebracht sind, so haben sie wiederum diein der Achtheit an sich enthaltenen Vielheiten hervorgebracht.Also wenn die Urzweiheit eine Idee ist, so müssen auch die weiterennothwendig Ideen sein. Dasselbe trifft dann zu aus die Einheiten:nemlich die in der Urzweiheit enthaltenen Einheiten bringen die in derWerheit enthaltenen vier Einheiten hervor, so daß also alle EinheitenIdeen sind und Eine Idee aus andern Ideen zusammengesetzt seinmüßte. Wovon dann offenbar die Folge ist, daß auch die Dinge,deren Ideen sie sind, zusammengesetzt sein müssen, wornach man alsoz. B. sagen könnte, die Thiere seien zusammengesetzt aus Thierenvorausgesetzt, daß es von den Thieren Ideen gibt. Ueberhaupt, wennman die Einheiten irgendwie ungleichartig sein läßt, so ist dieß ver-kehrt und willkürlich. (Damit bezeichne ich das, was hinsichtlich seinerVoraussetzung erzwungen ist.) Denn weder hinsichtlich der Quantität,noch hinsichtlich der Qualität sehen wir eine Einheit verschieden voneiner andern und eine Zahl muß nothwendig entweder gleich oder un-gleich sein, zumal die aus Einheiten bestehende; ist sie also weder größernoch kleiner, so ist sie gleich; was aber gleich und gleichartig ist inden Zahlen, setzen wir als identisch. Im andern Fall werden auchdie in der Zehnheit selbst enthaltenen Zweiheiten gleichartig sein, dasie doch gleich sind; denn welcher Grund ließe sich denn geltend ma-chen sür die Behauptung, sie seien gleichartig? Ferner: wenn jedeEinheit zusammen mit einer andern Einheit zwei macht, so werden dieaus der Zweiheit an sich genommene Einheit und die aus derDreiheit an sich genommene Einheit eine Zweiheit ausmachen undzwar aus ungleichartigen Einheiten, und wird dann diese Zweiheitfrüher oder später sein, als die Dreiheit? Man könnte versucht sein,das Früher als nothwendig anzunehmen; denn die eine von den Ein-heiten ist zugleich mit der Dreiheit, die andere zugleich mit der Zwei-heit. Und wir sind der Ansicht, daß überhaupt eins und eins, mögensie gleich oder ungleich sein, zusammen zwei sind, z. B. das Gute unddas Böse, Mensch und Pferd; dagegen die Philosophen, mit welchenwir es hier zu thun haben, sagen dieß nicht einmal von den Einheitenaus. Sollte nun aber die Zahl der Dreiheit an sich nicht größersein, als die der Zweiheit an sich, so wäre das doch ein seltsames