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entdeckt worden ist und auch wieder verloren geht, so ist es nicht un-wahrscheinlich, daß auch diese Vorstellungen gleichsam Trümmer alterWeisheit seien, welche bis auf unsere Zeit sich erhalten haben. Inweiterem Umfang aber sind die Vorstellungen der Väter und die Ueber-lieserungen der alten Zeit uns nicht erkennbar.
Neuntes Kapitel.
Das göttliche Denken hat sich selbst zum Inhalt seines Denkens.
Es sind aber nun einige Schwierigkeiten vorhanden in Bezie-hung aus das göttliche Denken; denn wenn man auch annimmt, daßes von allem Erscheinenden das göttlichste ist, so ist doch nicht leicht zusagen, welche Bestimmungen ihm znkommen müssen, um so zu sein.Denn wenn es nichts denkt, wo wäre denn das Erhabene an ihm?Es verhielte sich ja, wie ein Schlafender; wenn cs aber etwas denkt,und so von einem Andern abhängig wäre, dann wäre es seinemeigentlichen Wesen nach nicht Denken, sondern Potenzialität, und alsonicht die letzte Substanz; denn im Denken beruht eben seine hoheWürde. Ferner aber, mag nun sein Wesen Denkvermögen oder Denk-thätigkeit sein — was ist der Inhalt seines Denkens? Entweder mußes sich selbst denken oder etwas Anderes. Denkt es etwas Anderes,so denkt es entweder immer dasselbe oder bald dieß, bald jenes. Machtes nun einen Unterschied oder nicht, ob es das Gute denkt oder dasnächste beste? oder wäre es gar widersinnig, wenn Verschiedenes derGegenstand seines Denkens wäre?— Klar ist jedenfalls, daß es dasGöttlichste und Edelste denkt, und daß darin keine Veränderung vorsich geht; denn die Veränderung müßte zum Schlechteren führen, unddieß wäre sofort eine Art von Bewegung. Ist nun das höchste Wesennicht Denken, sondern Potenzialität, so kann man mit Grund anneh-men, das; ihm die ununterbrochene Fortdauer des Denkeus beschwerlichist. Ferner müßte offenbar etwas Anderes werthvoller sein, als dasDenken, nemlich das, was es dann denkt. Denn das Denken und dieDenklhätigkeit kämen ihm ja auch zu, wenn es das Schlechteste dächte.Ist nun aber dieß zu fliehen, — denn es ist oft besser, etwas