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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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vermehrt würde. Mein dieß ist nicht möglich, denn die Veränderungist kein Substrat. Oder aber so, daß etwas Anderes, ein Substrat,aus einer Veränderung sich veränderte, zu einer anderen Form, z. B.der Mensch aus Krankheit zur Gesundheit. Allein auch dieß wäre nurmöglich in accidenteller Weise. Denn jede Bewegung von einem zumandern ist eine Veränderung und ebenso das Werden und Vergehen,nur in letzterem Fall zu einem bestimmten Entgegengesetzten, was beider Bewegung nicht ebenso der Fall ist. Also muß der Mensch zu-gleich sich verändern von Gesundheit zur Krankheit und aus eben die-ser Veränderung zu einer andern. Es ist ja klar, was krank gewor-den ist, muß sich schon verändert haben zu irgend einer Veränderung,

denn auch Stillstand ist möglich und zwar nicht i» die nächstebeste; und auch diese Veränderung ist Veränderung von etwas in einanderes, so daß dieß eben die entgegengesetzte Veränderung ist, dieHeilung; allein dieß geschieht nur in accidenteller Weise, wie z. B.eine Veränderung von der Erinnerung zum Vergessen stattfindet, so-fern das sich verändert, welchem das eine und das andere zukommt,im letzteren Fall in Hinsicht des Wissens, im elfteren zum Gesundsein.

Ferner müßte man in's Unendliche sorlgehen, wenn es eine Ver-änderung der Veränderung und ein Werden des Werdens geben sollte.Es müßte natürlich auch immer das frühere Werden sein, wenn dasspätere ist; also z. B. wenn das schlechthinige Werden einst wurde, sowurde auch das schlechthin Werdende. Also, wenn es wurde, so gabes eine Zeit, wo das schlechthin Werdende noch nicht war, wo es viel-mehr noch ein im Werden begriffenes Werdendes war. War aberdieß der Fall, so wurde es einst, also war es noch nicht zu der Zeit,als es wurde. Da es aber beim Unendlichen kein Erstes gibt, sokonnte es hiernach kein Erstes geben, also auch keine daran sich an-schließende Reihe. Also konnte nichts werden, noch sich bewegen, »ochsich verändern. Ferner wäre an einem und demselben die Be-wegung auch die entgegengesetzte, das Stillestehen; und Werden wärezugleich Vergehen. Also vergeht das Werdende dann, wenn es einWerdendes geworden ist; denn weder gleich im Werdenden vergehtes, noch später; denn das Vergehende muß ein Sein haben. Fer-ner muß eine Materie dem Werdenden oder sich Verändernden zuGrund liegen. Was wird nun das für eine Materie sein? ist es