Aktualität des Beweglichen geht aus von dem, was bewegen kann, unddie Aktualität des letzteren ist keine andere. Es muß nemlich beideneine Aktualität znkommen: denn es kann etwas bewegen vermöge derPoteuzialität, und es ist ein Bewegendes vermöge der Aktualität.Seine Aktualität aber bezieht sich aus das Bewegte, so daß also eine»nd dieselbe Aktualität beiden zukommt; wie auch die Entfernung vonEin? zu Zwei dieselbe ist, wie von Zwei zu Eins, und wie es gleich-weit ist, ob man hinaus oder hinab geht, ohne daß der Begriff einerund derselbe wäre. Ebenso ist cs auch bei dem Bewegenden undBewegten.
Zehntes Kapitel.
lieber das Unendliche oder Unbegrenzte.
Das Unendliche ist entweder von der Art, daß es unmöglich ist,durch dasselbe hindurchzugeheu, weil dieß nicht in seiner Natur liegt,in der Weise, wie der Laut unsichtbar ist "), oder daß man zwar hin-durchgehen kann, aber nicht zum Ende gelangt oder kaum zum Endegelangt, oder daß zwar von Natur ein Hindurchgehen oder ein Endevorhanden, aber doch in Wirklichkeit nicht vorhanden ist; ferner istetwas unendlich entweder nach Seiten der Addition oder Subtraktionoder in diesen beiden Beziehungen. Ein an sich Seiendes, von den.Sinnlichen Getrenntes kann das Unendliche nicht sein. Denn wenn esweder Größe noch Menge ist, wenn vielmehr das Unendliche selberSubstanz ist und nicht Accidens, so wäre es untheilbar; denn was«heilbar ist, ist entweder Größe oder Menge. Ist es aber untheilbar,so ist es nicht unendlich, außer so, wie der Laut unsichtbar ist. Aberso ist es bei den Philosophen und bei uns nicht gemeint, sondern mausaßt es als etwas, wobei man nicht zu einem Ende gelangt. Ferner:wie ist es möglich, daß das Unendliche an und für sich sei, wenn nichtauch eine Zahl oder Größe ist, deren Bestimmtheit das Unendliche ist ?Sodann, wenn es als Accidens ist, so wäre es nicht als UnendlichesElement des Seienden, wie ja auch das Unsichtbare nicht Element der
D. h. das Hinburchgehen, Bestimmtheit und Begrenztheit ist schlechthinnicht vorhanden.