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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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teilen das zu verstehen, was zwar geschieht, aber nicht immer undnicht mit Nothwendigkeit und nicht gewöhnlich. Damit haben wir denBegriff des Accidentellen festgestellt, und es ist damit auch klar, warumes keine Wissenschaft des Accidentellen gibt; denn jede Wissenschafthat das zum Gegenstand, was immer oder gewöhnlich ist, das Acciden-telle aber ist keines von beiden. Es ist ferner klar, daß das acci-dentell Seiende keine solche Principien und Ursachen haben kann, wiedas an sich Seiende; sonst müßte ja Alles mit Nothwendigkeit sei».Denn wenn 2 ist, weil ^ ist, z- aber ist, weil x ist, x aber ist, nichtweil der Zufall es so fügt, sondern mit Nothwendigkeit, so wird auchdasjenige mit Nothwendigkeit sein, dessen Ursache x ist, und dieseNothwendigkeit erstreckt sich bis auf das letzte Glied der Causalitäts-reihe; und doch hatten mir blos ein accidentelles Sein vorausgesetzt.So wäre also Alles in nothwendiger Weise und ein So oder So-sein, ein Werden- und Nicht-werden-können müßte ganz aus dem Ge-biet des Werdens verschwinden. Und auch daun, wenn man die Ur-sache nicht als ein Seiendes, sondern als ein Werdendes ') annimmt,ist das Ergebniß dasselbe; auch in diesem Fall würde sich durchaus einnothwendiges Sein ergeben. Z. B. die morgige Sonnenfinsternißwird stattfinden, wenn das und das statt gefunden haben wird, diesesletztere aber, wenn wieder etwas Anderes, u. s. f.; auf diese Weisewird der zeitliche Zwischenraum zwischen heute und morgen verschwin-den, und man wird von dem ursprünglich festgesetzten Zeitpunktfrüher oder später auf den jetzigen Augenblick zurückkommen. Somitwird Alles, was nach dem jetzigen Augenblick geschehen wird, mitNothwendigkeit geschehen, und damit haben wir das Ergebniß, daßAlles mit Nothwendigkeit geschieht. Was aber das als WahresSeiende und das Accidentelle betrifft, so beruht das erstere in einerVerknüpfung des Denkens und ist eine Bestimmtheit des letzteren,d. h. des Denkens; weßhalb man auch nicht nach den Principien desin dieser Weise Seienden fragt, wohl aber für das objektiv Seiendeund das für sich Existirende; das Accidentelle dagegen ist nicht noth-

>) D. h. Zukünftiges.

2) In diesem Full von dem rukünstigen Zeitpunkt, wo die Finsterniß ftuttfinden wird.