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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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nemlich ist eine hohle Nase. Es ist also klar, daß auch der Begriffdes Fleisches, des Auges und der übrigen Glieder immer in Verbin-dung mit der Materie gefaßt werden muß. Da es aber eineWissenschaft gibt, welche das Seiende als solches und für sich zumGegenstand hat, so ist zu untersuchen, ob man diese Wissenschaft als iden-tisch anzunehmen hat mit der Physik, oder ob sie vielmehr davon ver-schieden ist. Die Physik nun beschäftigt sich mit dem, was das Prin-cip der Bewegung in sich selbst hat, und was die Mathematik betrifft,so ist sie zwar eine betrachtende Wissenschaft, die sich mit Beharrendembeschäftigt, aber nicht mit solchem, das für sich existirt. Es gibt alsoeine von diesen beiden verschiedene Wissenschaft, welche es mit dem fürsich existirenden Seienden und mit dem Unbeweglichen zu thun hat,wenn es überhaupt ein solches Wesen gibt, ich meine, ein für sich exi-s stirendes, unbewegliches; was wir später *) zu zeigen versuchen wer-den. Und wenn es überhaupt ein solches Wesen gibt unter demSeienden, so hätte man darin wohl auch das Göttliche zu suchen unddieses wäre wohl das erste, eigentlichste Princip. Es ergibt sich hier-aus, daß es drei Gattungen von betrachtenden Wissenschaften gibt, diePhysik, die Mathematik und die Theologie. Wie nun die betrachten-den Wissenschaften die edelsten sind unter sämmtlichen Wissenschaften,

! so ist wieder unter ihnen selbst die Theologie die edelste; denn sie hates mit dem erhabensten Gegenstand zu thun; für edler oder geringeraber wird jede Wissenschaft erklärt je nach ihrem besonderen Gegen-stand. Man könnte nun fragen, ob man ganz allgemein eineWissenschaft des Seienden als solchen anzunehmen habe oder nicht.Während nemlich jede von den mathematischen Wissenschaften miteinem bestimmten, von den übrigen abgesonderten Gebiet sich beschäf-tigt, hat es die allgemeine Wissenschaft mit allen ohne Unterschied zuthun. Sind nun die physischen Substanzen in die erste Linie zu stellen»ater dem Seienden, so wäre wohl auch die Physik die erste unter denWissenschaften; gibt es aber noch ein anderes Wesen und eine andereSubstanz, nemlich eine für sich existirende und unbewegliche, so muß> die Wissenschaft dieser Substanz eine andere sein als die Physik undzwar früher als diese, und sofern sie früher ist, eine allgemeineWissenschaft.

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