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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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scheint, den Anderen bitter, wenn nichr bei den Einen oder Anderendas Organ, vermittelst dessen sie die betreffenden Säfte empfinden undbeurtheilen, verdorben und unbrauchbar ist. Unter solchen Umständenkann man doch nur von den Einen zugeben, daß sie das Maß seien,von den Anderen aber nicht. Und dasselbe gilt auch in Beziehung ausgut und schlecht, schön und häßlich und dergleichen. Denn man kannin Beziehung auf diese Begriffe solche Vorstellungen haben so gut, alsman meint, wenn uns Einer die Finger unter die Augen hält undmacht, daß man zwei Finger zu sehen glaubt, anstatt Einen esseien wirklich zwei Finger, weil es eben so erscheint, und doch auchwieder Einer; denn wenn man die Augen nicht bewegt, so erscheintdas Eins als Eins. Ueberhaupt aber ist es sinnlos, von der Erschei-nung des veränderlichen und niemals beharrenden Diesseitigen ansein Urtheil auszusprechen über die Wahrheit. Im Gegentheil, dasimmer sich gleich Bleibende und keiner Veränderung Unterworfene istes, von welchem man ausgehen muß, um die Wahrheit zu erjagen.Solcher Art aber ist das, was am Himmelsgewölbe erscheint; dieseserscheint nicht heute so, morgen anders, sondern immer als dasselbeund als ein keiner Veränderung unterworfenes. Ferner, wenn eseine Bewegung gibt und ein Bewegtes, Alles aber aus etwas her-aus sich bewegt und zu etwas hin, so muß also das Bewegte erstlichin jenem sein, aus welchem heraus es sich bewegt, zweitens nicht inihm sein, sondern drittens zu dem bestimmten Ziel sich hinbewegen, umin diesem zu sein"); das Entgegengesetzte aber kann man nicht inWahrheit davon aussagen, wie unsere Philosophen meinen. Und wennin Beziehung aus die Quantität alles Diesseitige beständig im Flußund in Bewegung ist, und wenn man auch dieß annehmen mag,obwohl es nicht richtig ist warum beharrt es nicht in Beziehungaus die Qualität? Es scheint nemlich, die Behauptung, entgegen-gesetzte Aussagen über eins und dasselbe seien zugleich wahr, gründesich hauptsächlich auf die Annahme, daß die Quantität an den Körpernnicht beharre, sofern ja ein und dasselbe Ding bald vier Ellen lang

') Soll etwas Weißer schwarz werden, so ist eS zuerst im Weißen, zweitensim Nebergang vom Weißen zum Schwarzen begriffen, und drittens im Schwarzen,Dt« Beziehung von nrriu aus ro-U wird doch kaum anzunehmen sein.