dasselbe Resultat, daß nemlich eins und dasselbe sei und nicht sei, daßeins und dasselbe gut und schlecht sei u. s. f., daß überhaupt entgegen-gesetzte Behauptungen beide wahr seien; denn oft geschieht es, daß demEinen das und das schön vorkommt, während es einem Andern alsdas Gegentheil von schön vorkommt, wobei dann die subjektive Mei-nung jedes Einzelnen das Maß abgeben müßte. Diese Schwierigkeitdürste sich aber lösen, wenn wir untersuchen, was der Ausgangspunktsolcher Behauptungen ist. Bei Einigen nemlich scheinen dieselben ausden Vorstellungen der Naturphilosophen hervorgegangen zu sein, beiAndere» daraus, daß nicht Alle eine und dieselbe Ansicht über einenund denselben Gegenstand haben, daß vielmehr ein bestimmtes Dingden Einen süß vorkommt, den Anderen bitter. Was nun die Natur-philosophen betrifft, so erklären sich diese fast einstimmig für die Wahr-heit des Satzes, daß nichts aus einem nicht-Seienden werde, sondernAlles aus einem Seienden. Da nun das Weiße nicht wird aus etwas,was vollkommen weiß und an keiner Stelle nicht-weiß ist, so müßtedas, was weiß wird, weiß werden aus etwas, was nicht weiß ist;also müßte es — dieß mußten jene Philosophen selber zugeben —aus einem nicht-Seienden werden, es müßte denn nur eins und das-selbe weiß und nicht-weiß sein '). Die Lösung dieser Schwierigkeit istübrigens ganz einfach und es ist in der Physik angegeben, wie dasWerdende aus einem Nichtseienden wird und wie aus dem Seienden.— Was den zweiten Punkt betrifft, so ist es einfältig, wenn man denVorstellungen und Einfällen von Leuten Gehör schenkt, welche untersich selbst im Streite liegen, cs ist ja doch klar, daß die einen oderandern von ihnen nothwendig im Jrrthum sein müssen. Dieß ergibtsich auch aus den Erfahrungen, welche die sinnliche Wahrnehmung ge-währt; denn es kommt nie vor, daß dasselbe Ding den Einen süß
') Man müßte denn nur vom »icht-Weißen, »icht-Seienden sage» können, eisei zugleich ein Weißes, Seiendes. Die Uebersesung nach dem von Bonitz oor-gsschlagencn Text: irite — ^ Hkvxov, kx or-rox
-ikvxort ro ttivxon' mark xrlt. Diese — wenn «gleich starke
— Umgestaltung gibt einen guten Sinn, was beim gewöhnlichen Text nicht derFall ist. Auch der Uebersetzung Schweglers dürfte sich hier ivohl schwerlich eingenügender Sinn abgewinnc» lassen.
') ?>>7s. I, S —9.