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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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griffen. Es ist beim Philosophen ähnlich, wie beim Mathematiker.Der Mathematiker hat es mit der Unterst,chung des Abstrakten zuthnn; er abstrahirt in seinen Untersuchungen von allem Sinnlichen,als da sind Schwere, Leichtigkeit, Dichtigkeit und dergleichen, fernerWärme, Kälte und andere sinnliche Gegensätze; das Einzige, was erübrig läßt, ist die Quantität und die Continuität thcils in EinerDimension, theils in zwei oder drei und die Eigenschaften derQuantität und Continuität als solcher; nichts Anderes zieht er in denKreis seiner Betrachtung und so betrachtet er bald die gegenseitige Lageund die derselben znkommcnden Bestimmungen, bald die Commensu-rabilität und Jncommcnsurabilität, bald die Verhältnisse, wobei miraber nichts desto weniger das alles Einer und derselben Wissenschaftzuweisen, uemlich der Geometrie. Auf dieselbe Weise verhält es sichmit der Betrachtung des Seienden. Die Untersuchung der dem Seien»den als solchem zukommenden Bestimmungen und die Gegensätze desSeienden als solchen hat keine andere Wissenschaft zu untersuchen, alsdie Philosophie; denn der Physik kann man die Untersuchung desSeienden als solchen nicht zuweisen, sondern nur so weit, als es ander Bewegung Theil hat; und was die Dialektik und Sophistik be-trifft, so haben diese es zwar mit den Eigenschasten des Seienden znthun, aber nicht des Seienden als solchen, und sie beschäftigen sichnicht mit dem Seienden an sich, sofern es eben ein Seiendes ist. Sobleibt also die Untersuchung des Seienden, sofern es ein Seiendes ist,sür den Philosophen übrig. Da nun aber das Seiende, obwohl esverschiedene Bedeutungen hat, immer in Beziehung aus Eins, einGemeinsames, ausgesagt wird, und ebenso auch das Entgegengesetztetzdenn dieses wird aus die ersten Gegensätze und Unterschiede desSeienden zurnckgesührt), und dieses Alles wegen solcher einheitlicherBeziehung unter Eine Wissenschaft fallen kann, so erledigt sich damitwohl die im Anfang aufgeworfene Frage, nemlich die: wie es möglichsei, daß Eine Wissenschaft Vieles, und zwar der Gattung nach Ver-schiedenes umfasse.