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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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nicht der Fall. Hat man aber zwei Wissenschaften zu unterscheiden,wie verhält es sich mit jeder von beiden und welche von beiden ist dieWeisheit? Nemlich die mit Beweisen sich beschästigende Wissenschafthat es mit den Eigenschaften zu thun, während die aus das Erste sichbeziehende Wissenschaft es mit den Substanzen zu thun hat. Alleinauch die in der Physik ") angegebenen Ursachen darf man nicht unsererWissenschaft als Gegenstand zuweisen. Ebenso wenig das Warum;denn das ist das Wesen deS Guten, dieses aber gehört in das prak-tische Gebiet und in das Gebiet der Bewegung, es ist ja doch das, waszuerst bewegt (denn dieß ist der Charakter des Endziels), das ersteBewegende aber gehört nicht unter das Unbewegte. Ueberhaupt istes eine schwierige Frage, ob unsere Wissenschaft es mit den sinnlichwahrnehmbaren Substanzen zu thun hat oder nicht, sondern mit irgendwelchen anderen. Ist das letztere der Fall, so hätte sie es entwedermit den Ideen zu thun oder mit dem Mathematischen; daß aber dieIdeen nicht für sich selbst existiren, ist bereits gezeigt worden. Dennochaber, wenn man sie einmal als für sich existirend annähme, bliebe nochdie Frage: warum es nicht mit dem Andern, wovon eS Ideen gibt,sich ebenso verhalte, wie mit dem Mathematischen? Ich meine nemlichdas, daß man das Mathematische als ein Mittleres setzt zwischen denIdeen und dem Sinnlichen, als ein Drittes neben den Ideen und denEinzelndingen, allein es gibt keinen dritten Menschen und kein drittesPferd neben dem Menschen an sich und dem Pferd an sich undden betreffenden Einzelnwesen. Ist eS aber nicht so, wie behauptetwird, mit welchem Gegenstand hat sich dann der Mathematiker zu be-schäftigen? Doch nicht mit dem Diesseitigen; denn dieses ist in keinerWeise so, daß cs einen Gegenstand für die mathematische Wissenschaftbilden könnte. Allein unsere Wissenschaft hat es auch nicht mit demMathematischen zu thun; denn das Mathematische hat keine Existenzfür sich. Ebenso wenig mit den sinnlichen Substanzen, denn diese sindvergänglich. Ueberhaupt könnte man fragen, welche Wissenschaft dieUntersuchung der Materie des Mathematischen zu ihrem Gegenstandzn machen hat. Weder die Physik, denn der Physiker hat sich lediglichmit demjenigen zu beschäftigen, was in sich ein Princip der Bewegung

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