264
möglich, beim ein und derselbe Mensch kann weiß und schwarz sein,nur zu verschiedenenen Zeiten. Und doch ist das Weiße dem Schwar-zen entgegengesetzt. Allein es ist hier ein Unterschied: nemlich dasEntgegengesetzte kommt Einigem zu in aceidentcller Weise, wie z. B.die eben genannten Farben und Anderes dergleichen, bei Anderem aberist das Accidentelle nicht möglich, und hiezu gehört auch das Vergäng-liche und das Unvergängliche; denn nichts ist vergänglich in bloß acci«dcnteller Weise; das Accidentelle kann ja möglicherweise auch nichtsein, das Vergängliche aber kommt jedem, dem cs znkommt, als einnothwendiges zu, sonst müßte eins und dasselbe vergänglich und un-vergänglich sein können, wenn cs möglich wäre, daß ihm — dem Ver-gänglichen — das Vergängliche auch nicht zukäme. Also muß beijedem vergänglichen Ding das Vergängliche entweder die Substanzselber sein oder es muß in der Substanz enthalten sein. Ebenso ver-hält es sich auch mit dem Unvergänglichen; denn eins wie das anderegehört zu den uothwendigen Attributen. Sofern also und weil prin-cipiell das Eine vergänglich ist, das Andere unvergänglich, sind siceinander entgegengesetzt, also müssen sie nothwendig der Gattung')nach Andere sei». Hieraus ergibt sich die Unmöglichkeit, daß es solcheIdeen gebe, wie sic von Manchen angenommen werden; es müßte jader Mensch nach der einen Seite vergänglich, nach der andern unver-gänglich sein. Und doch sollen die Ideen der Art nach identisch seinmit den Einzelndingen und nicht bloß namensgleich; allein was derGattung nach Anderes ist, ist noch weiter von einander entsernt, alswas bloß der Art nach Anderes ist.
d Nicht bloß der Art nach, weil die Substanz eine andere ist.