Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
261
Einzelbild herunterladen
 

261

vollendeter Unterschied erwiesen. Der Unterschied der Art nach ist im-mer Unterschied von etwas und in Beziehung auf ein Bestimmtes, unddieses Bestimmte ist das Identische bei beiden, d. h. die Gattung.Daruin ist auch alles Entgegengesetzte in derselben Reihe der Prädi-kate, was der Art nach verschieden ist und nicht der Gattung nach undbesonders das, was im Verhältnis; zu einander ein Anderes ist; dennhier ist der Unterschied ein vollendeter und es kann nicht beides zugleichmit einander werden. Der Unterschied ist also ein Gegensatz. Diesesist also der Begriff desAnderen der Art nach", daß nemlich das inderselben Gattung Befindliche, nicht mehr Theilbare'), einen Gegensatzbildet.Identisch der Art nach" aber ist das, was als nicht mehrTheilbares nicht einen Gegensatz bildet; denn die Gegensätze sind beider Theilung und bei dem Mittleren, ehe man zu dem nicht mehrTheilbaren gelangt. Somit ist klar, daß von dem, was als Art derGattung zu bezeichnen ist, ini Verhältniß zu der Gattung nicht iden-tisch oder anders ist der Art nach (denn die Materie wird durch Nega-tion erkannt, die Gattung aber ist Materie desjenigen ^), dessen Gat-tung sie ist, nicht so, wie mau von der Gattung der Herakliden redet,sondern wie die Gattung in der Natur zu verstehen ist); ebenso wenigim Verhältniß zu dem nicht zu derselben Gattung Gehörigen, sondernvon diesem unterscheidet es sich der Gattung nach, während es sich vondem zu derselben Gattung Gehörigen der Art nach unterscheidet. DennderUnterschied" muß nothwendig ein Gegensatz sein im Verhältnißzn dem, von welchem sich etwas unterscheidet. Dieser Gegensatz aberist nur bei dem vorhanden, was zu derselben Gattung gehört.

Neuntes Kapitel.

Nähere Bestimmungen über das der Art nach Andere.

Man könnte nun die Frage anfwersen, warum das Weib vomManne sich nicht der Art nach unterscheide, da doch das Männliche

') Solche Arten, welche nicht mehr in weitere Arten getheilt werden können.2) Folglich wäre auch die Gattung durch Negation, nemlich Negation derDifferenzen, Artunterschiede erkannt, kann also verglichen mit der Art weder iden-tisch noch anders sein, da die Identität und das Anderssein auf den Unterschiedenberuht.