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in zweifacher Bedeutung gebraucht wird, eimunl als Entgegengesetztes,sodann so, wie sich das Wissen zum Wißbaren verhält, indem eineszum andern in ein Verhältniß der Relation gesetzt wird. Daß aberdas Eins weniger ist als ein Anderes, z. B. als Zwei, kann ganzwohl sein; denn wenn eS weniger ist, ist eS deßhalb nicht auch wenig.Die Vielheit aber ist eigentlich Gattung der Zahl; denn die Zahl isteine Vielheit, welche durch das Eins gemessen wird. Und es stehensich gewissermaßen das Eins und die Zahl gegenüber, nicht als Ent-gegengesetztes, sondern in der Weise, wie einiges von dem genanntenRelativen: sie stehen sich gegenüber, sofern das eine das Maß ist, dasandere das Gemessene. Darum ist nicht alles, was Eins ist, Zahl,wie z. B. das Untheilbare. Wenn man in ähnlicher Weise das Wis-sen ins Verhältniß setzt znm Wißbaren, so ist dieses Verhältniß dochnicht ganz entsprechend, man könnte nemlich dabei ans die Meinungkommen, das Wissen sei das Maß und das Wißbare sei das Gemes-sene, allein es stellt sich heraus, daß zwar alles Wissen ein Wißbaresist, aber nicht alles Wißbare ein Wissen, weil in gewisser Beziehungdas Wissen gemessen wird durch das Wißbare. Die Vielheit aber istweder dem Wenigen entgegengesetzt, — vielmehr diesem ist das Vieleentgegengesetzt als eine besonders große Vielheit, gegenüber einer be-sonders kleinen — noch durchaus dem Eins, sondern sie ist entgegen-gesetzt einmal in der genannten Weise, sofern die Vielheit theilbar ist,das Eins nntheilbar, sodann als ein Relatives, wie das Wissen ge-genüber dem Wißbaren, sofern das Wissen Zahl ist, das WißbareEins und Maß.
Siebentes Kapitel.
lieber das Mittlere.
Zwischen entgegengesetzten Dingen kann es ein Mittlere« gebenund bei Einigem gibt es auch wirklich ein solches; dieses Mittleremm muß nothwendig ans dem Entgegengesetzten abgeleitet werden;denn alles Mittlere gehört zu derselben Gattung, wie dasjenige, dessenMittleres es ist. Ein Mittleres nemlich nennen wir dasjenige, inwas das sich Verändernde zunächst sich verändern muß; z. B. wennman von der höchsten Saite zur untersten ganz allmählich herunter»
Aristoteles, Metaphysil. t7