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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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nenne ich den Trieb oder die Entschließung '). Denn das Vernünftigewird immer dasjenige von zweien thun, wornach es unter dem Ein-fluß dieses maßgebenden Moments strebt, wenn es einmal seinem Ver-mögen gemäß in Thätigkeit tritt und mit dem Leidenden sich in Be-rührung setzt. So muß also das vernünstig Vermögende, wann eseinmal begehrt, dasjenige wirken, wozu es das Vermögen hat und wasseinem Vermögen entspricht. Es kann aber überhaupt nur wirken,wenn das Leidende da ist und so und so sich verhält^); ohne dieseVoraussetzung ist keine Wirkung möglich. Den Zusatz:soweit keinäußeres Hindernis! vorhanden ist," braucht man nicht in die Bestim-mung anfzunehmen; denn es hat etwas das Vermögen eben so, wiedas Vermögen zum Wirken ist, allein nicht unbedingt, sondern untergewissen Voraussetzungen, mit welchen auch die Ausschließung äußererHindernisse schon gegeben ist; denn diese würden manches von dem inder Begriffsbestimmung Enthaltenen aufheben. Daher kann das Ver-nünftige zweierlei oder Entgegengesetztes nicht einmal dann wirken,wann es sie zugleich wirken wollte oder darnach begehrte; denn soist es nicht gemeint mit seinem Vermögen, es hat überhaupt gar keinVermögen, Entgegengesetztes zugleich zu thun, denn es muß sich dasWirken immer nach der Art und dem Umfang des Vermögens richten.

Sechstes Kapitel.

Aktualität, aktuelles Sein. Verhältniß zur Bewegung.

Nachdem wir nun dasjenige Vermögen erklärt haben, welcheswesentlich Bewegung ist, so wollen wir auch den Begriff der Aktualitätfeststellen, was man darunter zu verstehen hat und welcher Art die-selbe ist. Bei dieser Betrachtung wird auch zugleich das Potentielle(Mögliche) weiter klar werden, sofern wir unterpotenziell" nicht blosdas verstehen, was seiner Natur nach bewegt oder von einem Andernbewegt wird, schlechthin oder in gewisser Weise, sondern auch nocheinen andern Begriff damit verbinden. Aktualität besteht darin, daßdie Sache vorhanden ist, aber nicht in der Weise, wie beim Poten-

h Vom Trieb verschieden durch das Attribut der vernünftigen Ueberlegung.*> D. h. geneigt und fähig ist, auf sich wirken -u taffen.