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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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auSzuüben? Und wenn er dann gleich wieder baute, auf welchem Weghat er dann die Kunst bekommen? So ist es auch beim Unbelebten:weder etwas Kalles noch etwas Warmes, nichts Süßes oder sonst sinn-lich Wahrnehmbares könnte mehr sein, wenn es nicht Gegenstand derWahrnehmung wäre; dann müßte man allerdings in die Behauptun-gen des Protagoras ") einstimmen. Ferner könnte auch nichts Wahr-nehmung besitzen, so lang es nicht wirklich wahrnähme oder in Aktua-lität sich befände. Wenn nun dasjenige Wesen blind ist, welches keinGesicht hat, während es doch von Natur eins hat und welcheskein Gesicht hat zu der Zeit und in der Weise, wo es doch eines hat ?),so müßten viele Menschen tagtäglich oftmals blind sein. Wenn fernerdas, was der Potenz beraubt ist, unmöglich ist, so ist es unmöglich,daß etwas, was nicht geworden ist, sei; wer aber sagt, dasjenige, wasnicht das Vermögen hat zu werden, sei oder werde sein, der würdelügen; denn das meinen wir eben, wenn wir sagenunmöglich". Sowird durch diese Behauptungen überhaupt die Bewegung und dasWerden aufgehoben. Es müßte denn das, was steht, immer stehen,und was sitzt, müßte immer sitzen, denn es kann ja nicht ausstehen,wenn es sitzt, denn es ist unmöglich, daß etwas ausstehe, was nichtdas Vermögen hat, aufzustehen. Ist es nun nicht gestattet, dieß zubehaupten, so ergibt sich hieraus die Nothwendigkeit, zu unterscheidenzwischen Vermögen, Potenz und Thätigkeit, Aktualität; durch jene Be-hauptungen werden Potenzialität und Aktualität zusammengeworfen,weßhalb die Vertreter derselben auch einen sehr wichtigen Punkt aus-zuheben suchen. Man kann daher sagen, daß es möglich, dem Ver-mögen nach sei, ohne daß cs wirklich ist, und daß etwas dem Ver-mögen nach nicht sei, während es ist, und jo ist es auch bei sonstigenBeziehungen; man hat das Vermögen, nicht zu gehen, während mangeht, man hat das Vermögen zu gehen, während man nicht geht. DasMögliche findet aber da statt, wo keine Unmöglichkeit ist, sobald dieAktualität desjenigen eintritt, dessen Potenz ihm beigelegt wird.

Daß die Dinge nur seien, sofern und wie sie dem Subjekt erscheinen.Wenn da? Blindsein darin bestände, daß ein Mensch, wenn er auch einengesunden Gesichtssinn hätte, aktuell gerade keinen Gebrauch davon machte, dieAugen schloß?. Der Schlafende wäre dann blind.

Aristoteles' RetapMk.

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