heit, daS Wärmende blas Wärme, das Erkältende blas Kälte, da-gegen der, der die Wissenschaft inne hat, beides. Denn es liegt derBegriff von beidem, wenn auch nicht auf gleiche Weise, in der Seele,welche das Princip der Bewegung enthält, daher diese die Bewegunghervorbringt in der Weise, daß sie von Einem Princip aus beides inEinem Punkte verknüpft. So kommt es, daß das vernünftig Ver-mögende das Gegeutheil bewirkt von dem, was das unvernünftig Ver-mögende "); denn die Wirkungen des elfteren sind in Einem Princip zu-sammengefaßt, nemlich im Begriff. Es ist aber klar, daß mit demVermögen zum gut-thun und gut-leiden unmittelbar auch das Ver-mögen zum thun und leiden schlechthin verbunden ist, nicht aber um-gekehrt; denn wer gut thut, muß nothwendig auch thun schlechthin,wer aber blos thut, muß nicht nothwendig auch gut thun.
Drittes Kapitel.
Gegen die Megarikcr, welche den Unterschied von Potenz und
Aktualität leugnen.
Manche Philosophen, wie z. B. die Megarikcr, behaupten, nurwenn Aktualität sei, sei auch Potenzialität, wenn aber keine Aktuali-tät sei, sei auch keine Potenzialität, z. B. also, wer nicht baue, habeauch nicht die Potenz, zu bauen, sondern nur derjenige, welcher baue,und so sei es auch im klebrigen. Es ist nun leicht einzusehen, wassich hieraus für Widersprüche ergeben müßten. Offenbar könnte nie-mand ein Baumeister sein, außer so lange er baute; denn „Baumeistersein" heißt so viel als „das Vermögen haben zu bauen", und ebensoist es bei den andern Knusten. Wir nehmen nun an, daß es unmög-lich ist, solche Künste zu besitzen, ohne sie einmal gelernt und empfan-gen zu haben, und sie nicht zu besitzen, ohne sie einmal verloren zuhaben. (Dieß geschieht nemlich entweder durch Vergessen oder durchirgend einen Unfall oder durch die Länge der Zeit, jedenfalls nicht da-durch, daß die Sache?) selbst verloren geht, denn diese ist ewig) —und doch sollte Einer die Kunst nicht haben, sobald er aufhörte, sie
'> D. h. das erst!« beide Glieder des Gegensatzes, das letztere blo» eines.2) Die Kunst, Wissenschaft selbst.