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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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aber ist nicht genau zu sagen, was das nächste Substrat dieser Affek-tion ist. Es scheint wohl, das Geschöpf? Gewiß, aber in welchemTheil und wo zuerst? Ist es das Herz oder sonst etwas? Und vonwas geht die Affektion aus? und worin besteht die Affektion als Af-sektion des einzelnen Theils und nicht des Ganzen? Ist es eine Un-beweglichkeit von der und der Art? Wohl; aber auch hier muß manwieder fragen: durch welche ursprüngliche Affektion eine solche Unbe-weglichkeit hervorgerufen wird.

Fünftes Kapitel.

Die Materie des Werdenden.

Manches hat bloß ein Sein und Nichtsein, nicht aber ein Werdenund Vergehen, wie z. B. die Punkte, wenn sie überhaupt ein Seinhaben '), und überhaupt die Begriffe und die Formen; denn nicht dasWeiße wird, sondern das weiße Holz, wenn doch bei allem Werden-den etwas anzunehmen ist, aus was es wird, und etwas, was eswird. Hienach ist es nicht möglich, daß das Entgegengesetzte unmit-telbar aus einander wird, sondern wenn ein weißer Mensch wird auseinem schwarzen, so geht dieß anders zu, als wenn weiß aus schwarzwird 2); und es hat nicht alles Materie, sondern nur dasjenige, wasein Werden hat und eine Veränderung vom einen ins andere. Wasaber bei seinem Sein oder Nichtsein diese Veränderung nicht hat, dashat auch keine Materie. Es entsteht nun aber die Frage: wie sich dieMaterie jedes einzelnen Dings zum Entgegengesetzten verhält? Z. B.wenn der Körper potenziell gesund, Krankheit aber der Gesundheitentgegengesetzt ist, liegt dann im Körper die Potenz von Leidem? Istseiner das Wasser potenziell Wein und Essig? oder ist die Materiezum einen der Gegensätze der positiven Beschaffenheit, dem Begriffnach vorhanden, zum andern bloß vermittelst der Beraubung undeines naturwidrigen Vergehens? Es ist ferner die Frage, warumder Wein nicht Materie des Essigs oder potenziell Essig ist, es wird

*> Wie neintich die Platoniker behaupten.

Sofern im ersten Fall ein veriinderlicheS Substrat vorhanden ist, derMensch, im letztern Fall nicht.