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doch Essig aus Wein? und warum der Lebende nicht potenziell todtist? — Allein hier ist nuzunehmeu, daß das Vergehen und Werdenauf indirekte Weise geschieht. Die Materie des Lebenden selbst istPotenz und Materie des Todten, aber mittelbar, auf dem Weg desVergehens, und so ist Wasser Materie des Essigs >) Denn es wirdeins aus dem andern, wie Tag aus Nacht. — Wenn also etwas ausdiese Weise in ein anderes übergeht, so muß man auf die Materiezurückgehen; z. B. wenn aus einem Todten ein Lebender wird, somuß man zuerst zurückgehen auf die Materie und dann erst aussteigenzum Lebenden; der Essig wird zunächst auf Wasser zurückgesührt underst von da aus kommt man auf den Wein.
Sechstes Kapitel.
Ursachen der Einheit der Begriffsbestimmung.
Es ist oben?) die Frage aufgeworfen worden in Betreff der Be-griffsbestimmung und der Zahl, worin die Ursache ihrer Einheit zusuchen sei? Denn bei allem, was mehrere Theile hat, und nicht Einsist in der Weise eines Aggregats, wo vielmehr das Ganze etwas istneben den Theilen, da ist eine Ursache der Einheit vorhanden, wiedenn auch in den Körpern bald eine Verkuüpsung Ursache der Einheitist, bald ein Aneinanderkleben oder eine ähnliche Bestimmung. DieDefinition ist nun aber ein Begriff nicht durch äußerliche Verbindung,wie die Ilias, sondern dadurch, daß sie sich aus ein Eins bezieht.Was ist nun das, was den Menschen zu einer Einheit macht, warumist er Eins und nicht Vieles, z. B. ein Thier und zweisilbig, zumal,wenn es nach der Behauptung mancher Philosophen ein Thier — ausich und ein Zweifüßiges — an sich gibt? Wie kommt es, daß derMensch nicht eben Thier — an sich und zweifüßig — an sich ist,warum sind die Menschen nicht durch Theilnahme an den beiden,Thier und zweifüßig, anstatt durch Theilnahme an „Mensch" und auEinem? Ueberhaupt müßte nach dieser Anschauung der Mensch nichtEins sein, sondern Mehreres, ein Thier und zweifüßig. Es ergibt
') Also der Wein muß sich im Wasser auslöse», ehe er Essig wird.VII, 12. VIII. S.