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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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die Idee eine eigene Existenz hat und der Begriff des Thiers im Men-schen und Pferd sich darstellt, so ist derselbe ein eins und dasselbe derZahl nach oder ein verschiedenes. Denn dem Begriff nach ist er na-türlich Eins: denn man mag Mensch oder Pferd sagen, so setzt man inbeiden den.gleichen Begriff vonThier" voraus. Ist nun der Menschan und für sich ein Dieses und ein getrennt Existirendes, so muß noch-wendig auch das, aus was er besteht, z. B.Thier" undzwei-silbig", ein Dieses bezeichnen und getrennt und als Substanz existiren,also auch dasThier". Wenn nun das im Menschen und im Pferdenthaltene Thier eins und dasselbe ist, so wie du eins bist mit dirselbst, wie kann denn dieses Eine eins bleiben in Dingen, die getrenntvon einander sind 0? und warum sollte nicht dieses Thier ebenso gutgetrennt sein können von sich selbst? Ferner wenn das Thier Theilhaben soll am Zweifüßigen und am Vielsüßigeu, so ergibt sich da et-was Unmögliches: denn das Thier als Eins, alsein Dieses, wirdauf diesem Weg entgegengesetzte Attribute bekommen. Hat es abernicht Theil, wie ist es dann zu verstehen, wenn man sagt: das Thiersei zweifüßig oder ans dem Lande lebend? Doch vielleicht ist es rich-tiger, zu sagen, es sei zusammengesetzt, znsammengehestet, gemischt,aber das alles hebt den Widerspruch nicht aus. Allein man mußwohl annehmen,Thier" sei ein anderes in jedem einzelnen. Dem-nach müßte dasjenige, dessen Substanz das Thier ist, ein unendlichVieles sein; denn nicht bloß äußerlich und zufällig ist der Mensch ^aus dem Thier. Ferner wird das Thier selbst ein Vielfaches sein;denn das in jedem einzelnen enthaltene Thier ist Substanz, sofern esja nach dem Thier benannt ist. Wollte man es aber nach einem an-dern benennen, so würde der Mensch aus diesem andern sein und die-ses andere wäre seine Gattung. Und zudem wäre alles, woraus derMensch ist, Idee. Es ist aber doch unmöglich, daß etwas beim einenSubstanz sei, beim andern Idee. Also müßte alles, was in den Thie-ren enthalten ist, Thier an sich sein ^). Ueberdieß woher über-haupt diese Verschiedenheit? und wie ist sie aus dem Thier an sich

1) Mensch und Pferd sind getrennte Wesen, also wäre es ein Widerspruch,anzunehmen, daß das Thier an sich der Zahl nach Eines sei.

2) Der Mensch als Beispiel für alles das. dessen Substanz das Thier ist.

3) So würde sich die Idee des ThierS in eine Vielheit von Ideen auflösen.