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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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das aus Füßen Gehende eintheilen in geflügeltes und ungeflügeltes,dies; wäre nicht richtig, sondern würde nur von der Unfähigkeit desUrtheils zeugen; vielmehr muß man es eintheilen in solches mitgespaltenen und solches mit ungespaltenen Füßen; damit bekommt manUnterschiede des Fußes, denn die Gespaltenheit des Fußes ist eineArt von Fußheit. In dieser Weise muß man immer weiter gehen,bis man zu dem gelangt, was nicht mehr theilbar ist. Dann wirdman so viele Arten von Fuß haben, als man Unterschiede hat, und soviele auf Füßen gehende Geschöpfe, als Unterschiede. Verhält es sichnun damit wirklich auf die angegebene Weise, so ist klar, daß der letzteUnterschied die Substanz des Dings und die Begriffsbestimmung ist,wenn man ja doch bei den Begriffsbestimmungen Wiederholungen ver-meiden muß, damit bekäme man ja Ueberflüssiges. Man erhielte aberWiederholungen bei unrichtiger Unterscheidung; wenn man nemlichsagt:ein auf Füßen gehendes, zweifüßiges Geschöpf", so hat mandamit nichts anderes gesagt, als:ein Geschöpf mit Füßen und mitzwei Füßen", und wenn man nun die letztere Bestimmung wiedertheilte in die in ihr liegenden Unterschiede, so würde man noch mehrWiederholungen bekommen, nemlich so viele, als man Unterschiedemachte. Theilt mau nun die Unterschiede in der richtigen Weise,so bekommt man zuletzt einen, welcher den Begriff und die Substanzausdrückt; theilt man aber nach äußerlichen Gesichtspunkten, wie z. B.wenn man das auf Füßen Gehende eiutheilt in weißes und schwarzes,so erhält man so viele Unterschiede, als Theilnngen. Es ergibt sichalso klar, daß die Begriffsbestimmung der aus den Unterschieden sichergebende Begriff ist, und zwar bei richtiger Eintheilung deraus dem letzten Unterschied sich ergebende. Um sich klar zu machen,daß man nicht mehr braucht, darf man nur die Ordnung in solchenBegriffsbestimmungen ändern, z. B. sagen:der Mensch ist ein zwei-füßiges, aus Füßen gehendes Geschöpf" ; in diesem Fall zeigt sich,daß manauf Füßen gehend" nicht mehr braucht, wenn man schongesagt hatzweifüßig". In der Substanz selbst aber ist keine Ord-nung und Reihenfolge: denn wie sollte man erkennen, was das Frühereund was das Spätere ist?

Soviel zunächst über die Begriffsbestimmungen, sofern sie ausdem Weg der Theilung zu Stande kommen.