195 ^
sind? Auf diese Weise könnte man ja aus Allem Eins machen >)-Allein was in der Begriffsbestimmung enthalten ist, das muß wirklichEins sein, denn die Begriffsbestimmung ist ein einheitlicher Begriffund zwar Begriff der Substanz, weßhalb die innere Einheit ganz noth-wendig ist; denn auch die Substanz bezeichnet ja nach unserer An-schauung ein Eins und zwar ein Dieses.
Wir müssen nun zuerst diejenigen Begriffsbestimmungen unter-suchen, welche ans dem Weg der Theilnng zu Stande kommen. Inder Begriffsbestimmung ist nichts enthalten, als die, als erste, oberste,gesetzte Gattung und die Unterschiede, alles andere außer den letzterenist Gattung, sowohl die erste, als die mit ihr zusammengenommenenUnterschiede, wie z. B. wenn ich sage: „Geschöpf", so ist dieß obersteGattung, in zweiter Linie „zweifüßiges Geschöpf", was dann wiederzusammen eine Gattung bildet, wozu die weitere unterscheidende Be-stimmung „ungeflügelt" kommt, was man denn auch durch noch mehrGlieder durchführen kann?). Es macht hier durchaus keinen Unter-schied, ob man viele oder wenige Theile hat, man kann ganz wenige,auch blos zwei haben, von diesen zweien ist das eine der Unterschied,das andere die Gattung, z. B. wenn ich sage „zweifüßiges Geschöpf",so ist „Geschöpf" die Gattung, „zweifüßig" der Unterschied. Wenn nundie Gattung gar nicht existirt neben den Arten, oder wenn sie zwarexistirt, aber als Materie, (denn z. B. der Laut ist Gattung und Ma-terie, die Unterschiede bringen aus der Gattung die Arten, hier alsodie Buchstaben hervor,) so ist klar, daß die Begriffsbestimmung deraus den Unterschieden gebildete Begriff ist. Allein man muß nunauch richtig in der Eintheilung vom einen Unterschied zu den in ihmenthaltenen folgenden fortschreiten, z. B. von „Geschöpf" ist ein Un-terschied „das auf Füßen gehende", wiederum von dem auf Füßengehenden Geschöpf muß man die weiteren Unterschiede, sofern es ebenein aus Füßen gehendes ist, herausfinden. Man darf also z. B. nicht
ll Man würde dahin komme», daß auch die unwesentlichen, zufälligen Be-stimmungen, wie z. B. Weiß beim Menschen, zur Einheit würden.
Wenn verschiedene specifische Merkmals zur Gattung hinzukoniine», so bil-det immer die erste Gattung zusammen mit den Merkmalen außer dem letztenwieder Sine Gattung, zu welcher Collectiogattung das letzte Merkmal als zweitesElement der Definition hinzukommt.
13 *