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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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suchung über die sinnlich wahrnehmbare Substanz angestellt, währendgewissermaßen die Betrachtung der sinnlichen Substanzen Sache derPhysik und der zweiten Philosophie ist: denn der Physiker hat sichnicht blos mit der Erkenntnis; der Materie zu befassen, sondern auchmit der begrifflich gedachten Materie. Wir haben nun weiterhin dieFrage zu behandeln: wie es zu verstehen ist, daß bei den Begriffs-bestimmungen die im Begriff enthaltenen Theile eine Einheit bilden,und wie es kommt, daß die Begriffsbestimmung Einen Begriff aus-macht; sodann weil ja offenbar die Sache eine Einheit istwodurch die Einheit bewirkt wird, da sie doch Theile in sich schließt.

Damit haben wir denn im allgemeinen gesagt, was der Begriffist und wie er für sich selbst ist, ferner wie cs kommt, daß beim einendie Bestimmung des Begriffs die Theile des Bestimmten in sich schließt,bei anderem nicht, sowie daß im Begriff der Substanz diese Theileals Materielles nicht enthalten sind; denn sie sind nicht Theile der be-treffenden Substanz, sondern des Gesammlprodukts; dieses aber hatin gewissem Sinn einen Begriff, in gewissem aber nicht. Nemlich wennman die Materie dazu nimmt, so ist kein Begriff möglich, denn dieMaterie ist das Unbestimmte, sieht man aber auf das Grnndwesen,so gibt es einen Begriff, wie z. B. beim Menschen der Begriff derSeele. Die Substanz nemlich ist die inwohnende Form, uud die ausder Form und der Materie gebildete Vereinigung wird Substanz ge-nannt; nehmen wir z. B. die Hohlheit: ans dieser und der Nase ent-steht die hohlnasige Nase und die Hohlnasigkeit, worin die Nase zwei-mal vorkommt. I» der durch die Vereinigung gebildeten Substanzaber, z. B. in der hohlnasige» Nase oder in Kallias, wird auch dieMaterie enthalten sein.- Ferner ist gesagt worden, daß der Begriffund das Einzelnding in manchen Fällen identisch sind, wie bei den er-sten Substanzen, z. B. der Begriff des Gekrümmten und das Ge-krümmte, als erste Substanz für sich gedacht, ist identisch. (Unterer-ster Substanz" verstehe ich diejenige, von welcher man nicht sagt, daßeins im andern sei, in einem Substrat als der Materie.) Dagegenfindet diese Identität nicht statt bei demjenigen, was als Materie oder

h Wenn die Definition eine Einheit bildet, so muß dieß auch der Fall seinbei dem Gegenstand der Definition,

Aristoteles, Metaphysik.

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