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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Schwierigkeiten hinsichtlich des Kreises und des Dreiecks und meinen,man dürfe diese nicht definiren durch Linien und durch die Continuität,vielmehr dieses alles sei gerade so anzusehen "), wie Fleisch und Kno-chen am Menschen und Erz und Stein an der Bildsäule; so sichren siealles auf die Zahl zurück und behaupten, der Begriff der zwei sei derBegriff der Linie ^). Aehnlich versahren die Vertreter der Jdeenlehre,indem sie zum Theil als Linie an sich die Zweiheit annehmen, zumTheil den Begriff der Linie; es gibt nemlich nach ihnen zwar Dinge,wobei die Form zusammenfällt mit demjenigen, zu welchem die Formgehört, wie z. B. Zweiheit und Idee der Zweiheit, allein bei derLinie sei das nicht mehr der Fall. Das Resultat hievon wäre, daßman Eine Form bekäme für Vieles, was doch augenscheinlich verschie-dene Formen hat, wie denn die Pythagoreer auch wirklich diesem Re-sultat sich nicht haben entziehen können; auf diese Weise aber kannman schließlich für alles Eine Form annehmen, der gegenüber allesAndere Nicht-Form ist; allein so würde am Ende aller Unterschied aus-gehoben. Daß es also hinsichtlich der Begriffsbestimmungen einigeSchwierigkeiten gibt und warum, geht aus dem Gesagten hervor. Mangibt sich daher unnöthige Mühe, wenn man alles in dieser Weise aufdas Ideelle zurücksühren und von der Materie ganz abstrahiren will;denn es gibt doch wohl Dinge, wobei eine bestimmte Form in einerbestimmten Materie ist, wobei die Materie durch die Form so oder sobestimmt ist. Und was die Vergleichung in Beziehung auf das Thierbetrifft, welche der jüngere Sokrates zu gebrauchen pflegte, so läßtsich dagegen manches geltend machen; sie sührt von der Wahrheit abund erweckt die Vorstellung, als ob möglicherweise der Mensch existirenkönnle ohne die Theile, wie der Kreis ohne das Erz. Allein in dieser

") Also auch dis Linie und die Lontinuität der Linien, welche zum Begriffdes Dreiecks gehört, sei nicht Theil der Form, sondern auch Materie, gehöre alsonicht in die Definition.

2) Sofern die gerade Linie durch zwei Punkte begrenzt wird. S. Zellergriech. Phil. I, S4S f.

s> So gut als für die Linie könnte man dis Zweiheit auch für andere», jaam Sude für alle» als Form annehmen.

Auch von Plato an einigen Stellen erwähnt, z. V. 8»gd> lllll H.kol. S57 L.