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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Wirklichen statt. Sodann etwas, dem nicht der Begriff des Gutenzukommt, ist nicht gut. Nothwendig also muß das Gute und der Be»griff des Guten identisch sein und ebenso das Schöne und der Begriffdes Schönen, soweit es nemlich nicht in Beziehung auf ein anderesausgesagt, sondern an und für sich und in erster Linie verstandenwird. Denn es ist auch schon an einem solchen An und für sich seingenug, auch wenn es keine Ideen gibt, noch mehr aber mag es gelten,auch wenn es Ideen gibt. Zugleich aber ist klar, daß, wenn eSwirklich Ideen gibt in der Weise, wie manche sagen, dann das Substratnicht Substanz sein kann; denn die Ideen müssen Substanzen sein,nicht aber so, daß sie Bestimmungen eines Substrats sind, sonst hättensie ja ein Sein blos durch Theilnahme an diesem *).

Aus allen diesen Gründen ergibt sich die Identität und zwarnicht blos eine äußerliche, zufällige des Einzelndings und seinesBegriffs, ebenso wie auch daraus, daß das Wissen eines Dings nichtsanderes ist, als das Wissen seines Begriffs, so daß auch, wenn manvon der Heraussetzung der Ideen aus dem Einzelnding ausgeht, noth-wendig die Identität beider sich ergeben muß. Dagegen von den acci-dentellen Prädikaten, wiegebildet, weiß," welche ja ein Zweifachesbezeichnen, kann man nicht sagen, daß der Begriff und das Einzelneidentisch seien; denn weiß ist nicht blos der, welchem dieses Prädikatbeigelegt wird, sondern auch das beigelcgte Prädikat selbst, daher denneine scheinbare Identität vorhanden ist, andererseits aber auch wiederBegriff und Einzelnwesen verschieden sind; denn der BegriffMensch"und der Begriffweißer Mensch" sind nicht identisch, die Identitätliegt nur in der Eigenschaft^). Es würde auch ein seltsames Dinggeben, wenn man jedem einzelnen Begriff einen besonder!! Namengeben wollte; es würde dann neben dem Einen Begriff noch einenandern geben, z. B. neben dem Begriff des Pferds noch einen andern

1) Während es ja nach Plato sich gerade umgekehrt verhält. Ist aber dieIdee Substanz, nicht bai Einzelnding, was bleibt bann für bas letztere nochübrig?

2) Die weiße Farbe, mit welcher ei» Mensch angethan wird, macht den Men-schen zu einem weiße» Menschen; im Begriff des Menschen selbst wird aber da-durch nichts verändert.