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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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noch da die verschiedenen Kategorieen, wie z. B. Wesen, Qualität,Quantität, das Wo, das Wann und was sonst noch hieher gehört;außerdem bezeichnet es auch das Potenzielle und das Aktuelle. Beidiesen zahlreichen Bedeutungen, in welchen der Ausdruckdas Seiende"gefaßt werden kann, müssen wir zunächst vom zufällig Seienden spre-chen und sagen, daß dieses keinerlei wissenschaftliche Untersuchung z'u-läßt. Der Beweis liegt schon darin, daß in der That keine Wissen-schaft das Zufällige zu ihrem eigentlichen Gegenstand macht, wedereine handelnde noch eine hervorbringende noch eine betrachtende Wis-senschaft. Denn der Künstler, welcher ein Haushervorbringt",schafft doch nicht all das Zufällige, welches mit dem fertige» Hausesich verbinden kann; dieß gienge ja ins Endlose; denn daß das Haus,wenn es fertig ist, den Einen angenehm, den Andern schädlich, An-dern nützlich ist, und daß es so noch irgend welche andere Eigenschaftenbesitzt, das alles kann recht wohl sein, ohne daß der Baukunst irgendetwas davon zuzuschreiben wäre. In ähnlicher Weise beschäftigtsich der Geometer in seiner betrachtenden Wissenschaft nicht mit derBetrachtung dessen, was den Figuren zufällig zukommt, er untersuchtnicht, ob irgend ein bestimmtes Dreieck sich unterscheide von dem Drei-eck an sich, sofern es zwei rechte Winkel enthält '). Und daß manso das Zufällige nicht besonders behandelt, hat seinen guten Grund,ist ja doch das Zufällige eigentlich bloß dem Namen nach, und es hatdaher auch Plato?) nicht so unrecht, wenn er der Sophistik das Nicht-seiende als ihren eigentlichen Gegenstand zumeist Denn die Vorträgeder Sophisten haben es ja doch eigentlich hauptsächlich mit dem Zu-fälligen zu thun: ob gebildet und grammatisch verschieden oder dasselbesei, ob der gebildete Koriskos und Koriskos schlechthin dasselbe seioder nicht, ob alles, was ist, aber nicht immer, geworden ist, ob alsoein Gebildeter, der nur Grammatiker ist, dieß geworden sei, und

1) Arist. scheint sagen zu wollen: der Geometer sragt nicht lang, ob irgendein empirisch vorliegendes Dreieck anders beschossen sei. als der Begriff des Drei-ecks sordert, ob es auch zwei rechte Winkel habe oder nicht, er setzt dieß voraus;andere zufällige Eigenschaften des Dreiecks, ob es groß, klein, von Holz oder Me-tall sei, alteriren ja die Uebereinstimmung mit dem Dreieck-an sich nicht, das Zu-sällige kann er daher ganz bei Seite liegen lassen.

2) Im Sophisten.