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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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riligeni Maß, unbehaart, was gar kein Haar hat, oder nur geringes.Auch von demjenigen sagt man Beraubung aus, was nur wenig hat,wie z. B. beim weichkernigen Obst; hier liegt der Grund darin, daßdas Haben ein schlechtes ist. Ferner von dem, was nicht leicht undnicht gut vollzogen werden kann, wie man z. B. etwas unzerschneid-bar nennt, nicht blos, weil es gar nicht, sondern auch weil es nichtleicht und nicht gnt zerschnitten werden kann; endlich von dem, wasgar nicht hat; blind nervlich heißt nicht der, welcher Ein Auge hat,sondern der, welcher mit beiden Augen nicht sieht. Es ist also ') nichtjeder gut oder schlecht, gerecht oder ungerecht, sondern es gibt auchMittleres.

Dreiundzwaitzigstes Kapitel.

Haben.

Haben" hat viele Bedeutungen; erstens wird es ausgesagt vondem, welcher etwas führt oder lenkt, nach seiner eigenen Natur undseinem eigenen Trieb; deßhalb sagt man, das Fieber habe den Men-schen, ein Tyrann habe eine Stadt, ein Kleid habe derjenige, welcheres trägt. Sodann gebraucht man es, wenn etwas in einem Andernist, das zur Ausnahme desselben tauglich ist, z. B. das Erz habe dieGestalt der Bildsäule, der Körper habe die Krankheit; ferner von dem,was ein anderes umfaßt, man sagt nemlich, es werde etwas gehabtvon demjenigen, in welchem es als ein umfaßtes sich befindet, wie wirz. B. sagen, der Brunnen habe Wasser, die Stadt habe Menschen, dasSchiff habe Matrosen; so sagt man auch, das Ganze habe Theile.Ferner wird der Ausdruckhaben" oderhalten" angewendet aus das,was ein Anderes hindert, nach seinem eigenen Trieb sich zu bewegenoder zu handeln; z. B. die Pfeiler halten die darauf ruhende Last,und so muß bei den Dichtern Atlas den Himmel halten, als ob ersonst aus die Erde herabfiele, was übrigens auch einige Natur-philosophen annehmen. In dieser Beziehung wird auch von dem Ent-haltenden gesagt, es habe das in ihm Enthaltene, wobei vorausgesetzt

Wie zwischen blind und sehend der Einäugige steht, so gibt es überhauptein Mittleres zwischen entgegengesetzten Eigcnschasten und Zuständen.