ses Vermögen sich nun auf alles Mögliche beziehen oder mag es einVermögen sein, nicht alles zu leiden, sondern nur das, was zum Bes-seren führt. Ferner besteht Vermögen darin, daß man etwas gutausführt oder nach Wunsch; denn wenn einer zwar wohl überhauptgeht oder spricht, aber nicht recht oder nicht so, wie er es gewollt hat,so sagen wir bisweilen nicht, er sei vermögend zu gehen oder zusprechen; und so ist es auch in Beziehung aus's Leiden. — Fernerbegreifen wir unter Vermögen solche Zustände, wornach etwas ganzdem Leiden entnommen oder unveränderlich oder nicht leicht zumSchlechteren veränderlich ist; denn wenn etwas zerbrochen, zerstoßen,gekrümmt, überhaupt zu Grund gerichtet wird, so schreiben wir dies;nicht einem Vermögen zu, sondern dem Unvermögen und einem Man-gel ; dagegen solchen Leiden entnommen ist das, was kaum und lang-sam leidet und dieß schreiben wir einem Vermögen zu und einer be-sonderen Beschaffenheit. Da nun das Wort „Vermögen" so vieleBedeutungen hat, so ist ebendasselbe auch bei „vermögend" der Fall;vermögend ist einmal, was das Princip der Bewegung oder Verände-rung (und hieher gehört auch das, was eine Hemmung bewirken kann)in einem Andern oder als ein anderes Betrachteten hat; sodann sprichtman von vermögend, wenn ein Anderes ein solches Vermögen hat');ferner ist vermögend, was das Vermögen hat, irgendwie sich zu ver-ändern, sei es zum Schlechteren oder zum Besseren; denn auch das,was zu Grunde geht, ist doch vermögend zu Grunde zu gehen, sonstwürde es eben nicht zu Grunde gehen; nun aber hat es eine gewisseBefähigung, Ursache, ein Princip zu einem solchen Leiden. Bald lei-ten wir also das, daß etwas vermögend ist, ab von einem Haben,bald von einem Beraubtsein. Kann man aber die Beraubung selbsteine Art von Haben 2) nennen, so könnte auch „Vermögen" in allenFällen auf ein Haben zurückgeführt werden. Ist aber auch dieß nichtder Fall, so ist doch wenigstens der Name in beiden Fällen derselbe,sofern etwas vermögend ist, weil es eine Beraubung hat; voraus-gesetzt, daß es möglich ist, eine Beraubung zu haben. — Fernerheißt vermögend, was nicht in einem Andern oder als anderes Be-
>1 D. h. also: es ist etwas vermögend, durch ein Anderes etwas zu leiden.2) D. h. eine positive Leschafsenyeit,