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trachteten ein Vermögen oder ein Princip hat, welches ihm Verände-rung bringen kann. — Ferner wird „vermögend" gebraucht, sofernetwas lediglich werden oder nicht werden kann oder sofern es aus rechteWeise werden kann. Ein solches Vermögen findet sich ja auch in denunbelebten Dingen, wie in den musikalischen Instrumenten; von einerLeier z. B. sagt man, sie sei vermögend zu tönen, resp. sie sei es nicht,wenn sie nemlich nicht schön tönt.
Unvermögen ist Beraubung des Vermögens und Aufhebung desbisher beschriebenen Princips, entweder überhaupt, oder bei dem wasvon Natur das Vermögen hat oder auch in Beziehung auf die Zeit,wo es von Natur das Vermögen haben sollte; wir machen nemlicheinen Unterschied, wenn wir sagen: ein Mann oder.ein Knabe oderein Eunuch sei unvermögend zu zeugen '). — Ferner steht jeder vonbeiden Bedeutungen von „Vermögen" ein „Unvermögen" gegenüber,sowohl dem lediglich bewegenden, als dem in rechter Weise bewegendenVermögen. Vermögend nennen wir dann etwas, welchem ein solchesUnvermögen inwohnt, aber man sagt in etwas anderem Sinn „mög-lich" und „unmöglich". Unmöglich ist das, dessen Gegentheil noth-wendig wahr ist, z. B. unmöglich ist, daß die Diagonale kommen-surabel sei, weil dieß falsch wäre und weil das Gegentheil davon nichtblos wahr, sondern sogar nothwendig ist, nemlich die Jnkommensura-bilität der Diagonale; die Kommensurabilität ist also nicht blos falsch,sondern sie ist nothwendig falsch. Im Gegensatz dazu ist möglich das,dessen Gegentheil nicht nothwendig falsch ist; möglich ist z.B., daß einMensch sitzt, denn es ist nicht nothwendig falsch, daß er nicht sitze. Sobezeichnet also „möglich" einmal, wie gesagt, das, was nicht noth-wendig falsch ist 2), sodann das, was in Wahrheit ist, ferner das, waswahr sein kann. Uebergetragen hat man den Ausdruck „Vermögen",d. h. Potenz, auch auf die Geometrie. Das „Mögliche" nun schließtsich nicht unmittelbar an an „Vermögen" im eigentlichen Sinn ;wohl aber das, was „vermögend" genannt wird; diese eigentliche
'> Der Eunuch hat das Vermögen gar nicht, der Knabe noch nicht aktuell,wohl aber an sich, potentiell, der Mann etwa nicht in einem einzelnen Moment.2) Freilich eine ungenaue Wiederholung des eben gebrauchten Ausdrucks.
D. h. möglich ist nicht etwas Wirkendes, Bewegender, positiv Ver-mögende«.