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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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dens und Wachsens, weil er kraft dieses Princips Bewegung ist. Unddieses Princip der Bewegung bei den Naturdingen ist ein immanentes,entweder potenziell oder aktuell.

Fünftes Kapitel.

Nothwmdig.

Nothwendig" heißt das, was eine wesentliche Bedingung ist,um leben zu können; so ist z. B. das Athmen und die Nahrung demlebenden Wesen nothwendig; denn ohne diese Bedingungen ist es ihmunmöglich, zu leben. Ferner dasjenige, ohne welches es nicht möglichist, daß das Gute sei oder werde, oder daß man ein Uebel abwirstoder verliert; so ist es z. B. nothwendig, Arznei einzunehmen, umnicht krank zu sein, und nach Aegina zu fahren, um sein Geld zu be-kommen. Ferner gehört hieher das Gewaltsame und die Gewalt; da-mit ist das gemeint, was im Gegensatz zu dem eigenen Trieb undWillen hindert und hemmt. Das Gewaltsame wird nemlich noth-wendig genannt und deßwegen auch widerwärtig; so sagt z. B.Euenos '):

Alles Notwendige ist immer ein lästiges Ding,"

und die Gewalt ist eine Art von Nothwendigkeit, wie denn auch So-phokles sagt 2):

Nein, was mich nöthigt, bieß zu thun, ist die Gewalt."

Und es ist ganz richtig, wenn man die Nothwendigkeit als etwasansieht, wobei gütliche Mittel keine Stelle mehr finden; sie ist ja deraus eigenem Entschluß und aus vernünftiger Ueberleguug hervor-gehendcn Bewegung entgegengesetzt. Ferner nennen wirnothwen-dig" dasjenige, was sich nicht anders verhalten kann. Und dies; isteine Bedeutung des Worts, von welcher gewissermaßen alle andernabhängen: denn von dem Gewaltsamen sagen wir, es sei nothwendig

Ein bekannter, auch von Plato öfters genannter Dichter und Sophist ansParos. S. Zeller, griech. Phil. I. 87S.

2) m. 2S6, übrigens nicht genau citirt.