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als ein Thun oder Leiden, wenn man nicht nach dem eigenen Antriebhandeln kann wegen des Zwingenden; man muß also das für noth-wendig ansehen, wegen dessen ein anderes Verhalten nicht möglich ist,und ebenso ist es bei den Bedingungen des Lebens und des Guten;denn wenn einerseits das Gnte, andererseits das Leben und das Seinnicht möglich ist ohne gewisse Bedingungen, so sind eben diese noth-wendig, und eine solche Ursache ist eine Art von Nothmendigkeit. Fer-ner gehört in die Kategorie des Nothmendigen der Beweis, daß einanderes Verhalten nicht möglich ist, sofern er schlechthin geführt ist;die Ursache der Nothmendigkeit sind die obersten Sätze, wenn es nem-lich unmöglich ist, daß das. woraus der Schluß abgeleitet wird, sichanders verhalte. Bei dem Einen nun liegt die Ursache der Nothwen-digkeit in einem andern, bei andern Dingen aber nicht, vielmehr sinddiese selbst Ursache davon, daß ein anderes in nothwendiger Weise ist.So ist also die eigentliche, die Grundbedingung von „nothwendig"das einfache; dieses nemlich kann sich unmöglich auf verschiedene Weiseverhalten, es kann also nicht bald so, bald anders sein; sonst würdees sich sofort bald so, bald anders verhalten. Gibt es also gewisseewige und unbewegte Dinge, so gibt es für diese nichts Gewaltsamesund nichts, was gegen ihre Natur geht.
Sechstes Kapitel.
das Eins.
Das Eins, die Einheit versteht man entweder als etwas Acci-dentelles oder als etwas an sich Seiendes. Im ersteren Sinn kannman z. B. sagen, Koriskos und gebildet sei eins, oder ebensogut: Ko-riskos ist gebildet; denn es kommt ganz auf dasselbe hinaus, ob mansagt: Koriskos und das Gebildete, die Bildung, oder: der gebildeteKoriskos. Ebenso ist es, wenn man sagt, der Gebildete und das Ge-rechte seien eins, oder wieder: Koriskos ist gebildet und gerecht; beiallen solchen Bezeichnungen findet Einheit in accidenteller Weise statt;das Gebildete und das Gerechte sind eins, weil beides Accidens EinesWesens ist; das Gebildete und Koriskos sind eins, weil das eine vondiesen beiden Accidens des andern ist. In ähnlicher Weise ist gewisser-