werden kann, wird ebenfalls genannt, „Erkenntnißgrund, Prin-cip", wie z. B. die Voraussetzungen für einen Beweis. In eben sovielen Bedeutungen ist auch das Wort „Ursache", zu nehmen,
denn alles was Ursache ist, ist auch „Anfang", Allen Bedeu-
tungen von ist gemeinsam der Begriff, daß es das Erste ist, vonwo aus etwas ist oder wird oder erkannt wird; diese Anfänge abersind theils innerlich, theils äußerlich. Darum heißt die Natur, dasClement, der Gedanke, der Entschluß, das Wesen, das Warum ;das letztere, weil bei vielen Dingen das Gute und das Schöne Anfangder Bewegung und des Erkennens ist.
Zweites Kapitel.
Ursache.
„Ursache" hat folgende Bedeutungen: erstens versteht mandarunter dasjenige, aus welchem, als seinem immanenten Bestandtheil,etwas wird, wie z. B. das Erz die Ursache der Bildsäule ist, dasGold Ursache der Schale und dergleichen; zweitens versteht mandarunter die Form und das Muster, dieß aber ist der Begriff desWesens und die Gattungen des Begriffs, wie z. B. Ursache der Ok-tave das Verhältniß von zwei zu eins ist und im allgemeinen dieZahl, und endlich die Theile des Begriffs. Drittens ist Ursache das-jenige, von welchem der Anfang der Veränderung oder der Ruhe zu-erst ausgeht, wie z. B. der Rathgeber Ursache ist und der Vater Ur-sache des Kindes und überhaupt das Wirkende Ursache des Gewirktenund das Verändernde Ursache des Veränderten. Viertens bedeutetes den Zweck, d. h. das Warum, wie z. B. die Gesundheit Ursachedes Spazierengehens ist. Denn weßhalb geht man spazieren? Ant-wort : um gesund zu sein, und mit dieser Antwort glauben wir ebendie Ursache angegeben zu haben. Ueberhaupt ist Ursache alles, wasvon einer durch ein anderes bewirkten Bewegung aus bis zur Errei-chung des Ziels geschieht; so ist z. B. Ursache der Gesundheit dieMagerkeit (Banting-Kur), die Reinigung oder die Arznei oder dieärztlichen Instrumente: alles dieß ist vorhanden um des Zweckes wil-len, das Unterscheidende liegt nur darin, daß das Eine Werkzeug ist,Aristoteles, Metaphysik. 8