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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Ist nun aber in Beziehung zum Borstellenden Mensch und Vorgestell-tes dasselbe, so ist Mensch nicht mehr das Vorstellends, sondern dasBorgestellte'). Ist aber jedes nur in Beziehung auf ein Vorstellendes,so muß das Vorstellende in Beziehung zu unendlich Vielem und zwarder Art nach Vielem treten.

Soviel darüber, daß die sicherste aller Annahmen diejenige ist,daß nicht die einander entgegengesetzten Behauptungen zugleich wahrsein können, sowie über die Consequenzen, welche sich aus diesem Satzergeben, und über die Gründe, welche zu demselben geführt haben.Da es nun aber unmöglich ist, daß von eben demselben zugleich dasWidersprechende mit Grund der Wahrheit ausgesagt werde, so ist klar,daß auch nicht das Entgegengesetzte zugleich eben demselben zukommenkann. Denn von den einander entgegengesetzten Dingen ist das eineso gut wie das andere eine Beraubung und zwar Beraubung in Be-ziehung auf das Wesen, Beraubung aber ist Negation von einer be-stimmten Gattung aus. Ist es nun unmöglich, eben dasselbe zugleichmit Grund der Wahrheit zu bejahen und zu verneinen, so ist es auchunmöglich, daß das Entgegengesetzte zugleich vorhanden sei, außeretwa in gewisser Weise oder so, daß das eine in gewisser Weise statt-finde, das andere ohne Einschränkung.

Siebentes Kapitel.

Nothwendigkeit des Axioms vom ausgeschlossenen Dritten.

Auch kann zwischen Satz und Gegensatz kein Drittes, in derMitte Liegendes angenommen werden, vielmehr man mag über etwasaussagen, was man will, so muß man es entweder bejahen oder ver-neinen. Dieß wird erstlich kar, wenn man das Wahre und das Falschebegrifflich feststellt. Falsch ist nemlich, wenn man sagt, das Seiendesei nicht oder das Nichtseiende sei, wahr ist, wenn man sagt, dasSeiende sei und das Nichtseiende sei nicht; wer also sagt, cs könne

>> Der Mensch soll das Maß der Dinge, das frei vorstellende Subjekt sein,aber jeder Mensch ist gegenüber einem andern vorstellenden Menschen selbst nurein Vorgestelltes, also ist er in Wahrheit kein absolut vorstellendes Subjekt mehr.