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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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wollen und welche zugleich sich anheischig machen Rede zu stehen:denn es ist nicht so, daß das Erscheinende schlechthin ist, sondern esist für den, welchem es erscheint, und wann es erscheint und in welcherBeziehung und in welcher Art es erscheint. Nehmen sie diese näherenBestimmungen nicht auf in ihre Rechtfertigung, so werden sich sofortdie Widersprüche in ihren Behauptungen Herausstellen. Es ist nem-lich möglich, daß demselben Subjekt etwas, sofern er es ansieht, alsHonig erscheint, nicht aber, sofern er es kostet, und da wir zwei Augenhaben, so kann jedem derselben etwas anderes Vorkommen, wenn dieAugen nemlich ungleich sind; denn unter solchen Beschränkungen habensie leichtes Spiel gegenüber von denjenigen, welche aus den obge-nannten Gründen behaupten, das Erscheinende schlechthin sei wahrund falsch. (Denn, sagen diese letzteren, nicht allen erscheine ebendasselbe und auch nicht dem gleichen Subjekt, ja oft erscheine das Ent-gegengesetzte zu eben derselben Zeit; wie denn allerdings z. B. dieBerührung zwei Dinge aussagt, wenn man zwei Finger in einan-der flicht, während das Gesicht nur ein einziges bemerkt). Alleindem gegenüber gilt, daß nicht einer und derselben in Beziehung aufeins und dasselbe in einer und derselben Weise und zu einer und der-selben Zeit gemachten Wahrnehmung Entgegengesetztes erscheinen kann;erst in diesem Fall hätten jene recht. Allein aus den angegebenenGründen wird man denjenigen, welche nicht im Gefühl der Schwierig-keiten, sondern nur aus Disputirsucht behaupten, sagen müssen, daßdas und das nicht schlechthin wahr sei, sondern für den und den. Ja,wie oben gesagt, die nothwendige Consequenz ist, daß alles bei ihnennur ist in Beziehung auf irgend etwas, in Beziehung aus Vorstellungund Wahrnehmung, so daß also nichts geworden ist noch sein wird,ohne daß jemand es vorher sich vorgestellt hat. Allein, ist etwaswirklich geworden oder wird etwas wirklich sein, so kann offenbarnicht alles bloß sein in Beziehung auf die Vorstellung. Ferner,wenn etwas bestimmtes ist, so ist dieß in Beziehung zu Einem be-stimmten, und wenn dasselbe auch als halb und als gleich aufgefaßtwerden kann, so doch nicht als gleich in Beziehung auf das Doppelte^).

-1 C. b.

I) D. h. halb und gleich verlangen jedes eins besondere Beziehung, basGleiche aufs Gleiche, das Halbe aufs Doppelte.