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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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ist seiner Natur nach früher als das Bewegte, und so ist es auch,wenn man Wahrnehmung und Wahrgenommenes in Beziehung zueinander setzt.

Sechstes Kapitel.

Die Subjektivität und Relativität der sinnlichen Wahrnehmung ist keinBeweis für die Unwahrheit des Satzes vom Widerspruch.

Nun höre ich aber manche sowohl von denjenigen, welche ausUeberzeugung diese Ansicht aufstellen, als auch von denjenigen, welchenur aus Disputirsucht behaupten, ich höre sie fragen: wer ent-scheidet denn darüber, ob einer gesund ist und ob überhaupt einer imStande ist, in jedem einzelnen Fall richtig zu urtheileu? Fragt manso, so könnte man mit dem gleichen Recht fragen, ob wir jetzt schlafenoder wachen. Solche Fragen laufen alle auf dasselbe hinaus, es wirddadurch für alles ein Grund verlangt, die Frager wollen einen Aus-gangspunkt haben und wollen diesen ans dem Weg des Beweise»;denn das; sie wirklich nicht an ihre Behauptungen glauben, zeigen sicja praktisch deutlich genug. Allein, wie gesagt, so sind sie eben: siesuchen einen Grund für Dinge, für welche es keinen gibt; denn derAusgangspunkt eines Beweises ist nicht selbst Sache des Beweises.Davon könnten sie auch ohne Mühe überzeugt werden, denn es ist dasleicht zu fassen. Diejenigen aber, welche bei ihren Behauptungenin unwiderstehlicher Weise widerlegt sein wollen, verlangen das Un-mögliche:' sie verlangen den Beweis, daß sie Widersprechendes sagen,und ihr ganzes Gerede ist doch von Anfang an nichts als Wider-spruch '). Wenn aber nicht alles nur in Beziehung auf ein anderesexistirt, wenn es vielmehr auch an und für sich Seiendes gibt, so kannnicht wohl alles, was erscheint, gleich der ganzen Wirklichkeit sein ;denn was erscheint, erscheint einem Subjekt; wer also sagt, das Er-scheinende zusammengenommen sei gleich dem Wirklichen, der machtalles Seiende zu einem bloß beziehungsweise Existirenden. Hierinliegt ein Fingerzeig für diejenigen, welche mit Gewalt widerlegt sein

>> Wie also eine logische Widerlegung?

2) Vielmehr muh es noch Dinge geben außer dem Erscheinende», Relativen.