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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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der Frage, ob jemand gesund werden wird oder nicht, halten wirdoch den Laien nicht für ebenso competent wie den Arzt; eine Bemer-kung , die schon Plato macht >). Ferner erkennen wir in der An-wendung unserer Sinnesorgane nicht jedem Sinn die gleiche Geltungzu, ohne zu unterscheiden, ob es sich um etwas diesem Sinn Fremdesoder um das ihm entsprechende Objekt, ob es sich um nahes oder umsernes handle, vielmehr über die Farben entscheidet das Gesicht, nichtder Geschmack, über die Speisen der Geschmack, nicht das Gesicht; keinSinn aber sagt jemals zu gleicher Zeit über eins und dasselbe, daß eszugleich so und nicht-so sich verhalte. Ja nicht einmal zu verschiedenenZeiten ist der Sinn zweifelhaft über die betreffende Bestimmung selbst,sondern nur über dasjenige, dem die Bestimmung zukommt, z. B.von dem gleichen Wein könnte man, wenn entweder er selbst sich ver-ändert oder wenn die kostende Person sich physisch verändert hat,sagen, er sei das eine Mal süß, das andere Mal nicht süß; dabei ver-ändert sich aber nicht das Süße nach seinem eigentlichen Wesen, dasihm zukommt, sobald es überhaupt ist, und dieses Wesen faßt derSinn immer richtig auf und nothwendig kommt dem, was süß seinsoll, eben auch dieses Wesen zu. Nun aber heben diese Philosophen,wie jedes wesentliche Sein, so auch jedes nothwendige Sein auf; denndas Nothwendige kann nicht beliebig sein; und wenn also etwasnothwendig ist, so kann man nicht sagen, es sei so und zugleich nicht-so. Ueberhaupt, wenn nur das sinnlich Wahrgenommene ist^), sowäre gar nichts, sobald es keine beseelten Wesen gäbe; denn ohnediese gäbe es keine Wahrnehmung. Nun kann man wohl zugeben,daß daun kein Wahrgenommenes mehr wäre und keine Wahrnehmun-gen (denn die letzteren sind eine Bestimmtheit des Wahrnehmenden),allein es ist, auch ohne Wahrnehmung, nicht möglich, daß das Sub-strat nicht sei, welches die Wahrnehmung hervorbringt. Denn dieWahrnehmung ist doch nicht etwas selbstständiges für sich, sondern esmuß noch ein anderes neben der Wahrnehmung sein und dieses mußnothwendig früher sein als die Wahrnehmung; denn das Bewegende

i) Idsast. 171 L.

i) D. h. wenn das Bestehe» der Dinge lediglich etwas SudjeltiveS, in dersinnlichen Wahrnehmung Begründetes wäre.