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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Seite
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nung machen muß, ist der, daß sie auch von dem sinnlich Wahrnehm-baren nur den kleineren Theil ins Auge fasse und nun die Verhältnissedieses kleineren Theils ohne weiteres von dem ganzen Weltgebäudeaussage. Denn nur der Kreis des Sinnlichen, welcher uns unmittel-bar umgibt, ist beständig im Werden und Vergehen begriffen; aberdieser kommt so zu sagen gar nicht in Betracht im All überhaupt. Eswäre daher mehr in der Ordnung, wenn man um der jenseitigenDinge willen die diesseitigen in Ruhe gelassen hätte, anstatt um derdiesseitigen Dinge willen auch die jenseitigen in Mitleidenschaft zuziehen. Und überdieß ist klar, daß wir auch diesen gegenüber dasobgenannte Argument geltend zu machen haben: auch sie müssen sichdavon überzeugen lassen, daß es wirklich ein unbewegliches Wesengibt. Bezeichnend ist übrigens, daß die Vertreter der Ansicht, es seietwas und sei zugleich nicht, aus das Resultat eines allgemeinen Still-standes kommen müssen, anstatt auf das einer steten Bewegung; dennsie haben ja nichts mehr, in was ein Ding sich verändern könnte,sofern ja alles allem zukommt '). Hinsichtlich der Frage aber, waswahr ist, und des Satzes, daß nicht alles Scheinende wahr ist, müssenwir vor allem sagen, daß allerdings auch die sinnliche Wahrnehmungnicht trügerisch ist, sofern sie in ihrem betreffenden Kreis sich hält;nur ist eben Vorstellung und sinnliche Wahrnehmung nicht eins unddasselbe 2). Sodann muß man sich doch wundern, wie man imErnst fragen kann: ob die Körper so groß, die Farben so beschaffenseien, wie sie einem aus der Nähe oder wie sie einem aus der FerneVorkommen, wie sie den Kranken oder wie sic den Gesunden erscheinen,ob die Schwere der Dinge darnach zu beurtheilen sei, wie sie denSchwachen oder wie sie den Starken Vorkommen, ob die Wahrheit inder Auffassung der Schlafenden oder der der Wachenden zu suchen sei.Darüber ist keine Frage, daß den Betreffenden der wirkliche Sachver-halt klar ist, z. B. wenn einer, der in Libyen ist, sich auch bei Nachteinbildet, er sei in Athen, so macht er sich doch gewiß nicht auf, umins Odeon zu gehen. Und in Betreff des Zukünftigen, nemlich in

ff Sofern also jedes auch schon sein andres ist.

ff Die Vorstellung ist etwas Subjektives, Willkürliches, dis sinnliche Wahr-nehmung geht richtig angewenbet auf ein Objektives, Wirkliches.