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wäre jedenfalls hier mehr am Platz, als die Art, wie sich Epichar-mus ') über Xenophanes äußert.
Ferner: da sic sehen, daß alles hier Existirende sich verändert,und daß von dein sich Verändernden nichts wahres ausgesagt werdenkann, so kamen sie zu dem Resultat, daß man über etwas, was so injeder Beziehung und allerseits sich verändere, zu keiner wahren Aus-sage gelangen könne. Dieß ist nemlich die Anschauung, aus welcherdie extremste Meinung hervorgewachsen ist, nemlich die Meinung,welche auch Kratylus theilt, wenn er schließlich die Möglichkeit jederBehauptung leugnet und nur die Finger bewegt 2), und wenn er denHeraklit tadelt wegen seines Ansspruchs: man könne nicht zweimalin denselben Fluß hineiusteigen ^); Kratylus meint nemlich, es seischon einmal nicht möglich. Auch darauf werden wir zu erwidernhaben, daß das sich verändernde als solches allerdings einen gewissenAnhaltspunkt für die Meinung gibt, es sei nichts Seiendes; nichts-destoweniger bleibt die Sache streitig: denn das, von welchem etwasabgeht, hat noch zum Theil das abgehende und ist nothwendig schonzum Theil das werdende ^). Ueberhaupt wenn etwas vergeht, so mußes ein Seiendes sein und wenn es wird, so muß etwas sein, worauses wird und wodurch es erzeugt wird und dieß kann nicht ins unend-liche fortgehen. — Doch auch abgesehen von solchen Einwürfen wollenwir den Gesichtspunkt hervorheben, daß Veränderung nach der Quan-tität nicht identisch ist mit der Veränderung nach der Qualität. Hin-sichtlich der Quantität muß eine Veränderung zugegeben werden,allein unser Erkennen bezieht sich ja immer auf die Qualität ^). —Ein weiterer Vorwurf, welchen man der von uns bekämpften Mei-
Was der Komiker EpicharmuS (C. 550 —46Ü) iiber LenophaucS gesagthat, wissen wir nicht. Vgl. Zeller, gricch. Phil. I, 42 s.
2) Offenbar zur Andeutung, daß sein Mund verschlossen bleiben müsse.
3) Den bekannten Ausspruch des Heraklit mußte man in Kratylus' Sinnnicht so erklären, daß der Fluß während des HineinstcigenS sich verändere, sondernso, daß ein Fluß beim zweiten Hineinsteigen nicht mehr derselbe sei, wie beimersten. S. Zeller, griech. Phil. I, 531. Anm. I.
4) ES liegt also ein seiendes Subjekt zu Grund, welchem etwas abgeht undwelches wirb.
5) Von der Größe eines DingS ist sein Begriss nicht abhängig, dieser aberist Gegenstand des Erkennens.