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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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Wie sich bei jedem verhält der gewundenen Glieder Vermischung,

Also stellt sich de» Menschen der Sinn. Denn eins und dasselbeIst ja, was denkt im Menschen: der Glieder natürliches Wesen;

Denn das Denken ist das, was in großer Fülle vorhanden."

Auch von Anaxagoras erzählt man sich eine Aeußerung, die erseinen Schülern gegenüber gethan habe nnd welche dahin geht, daß dieDinge immer eben so seien, wie sie einem Vorkommen '). Auch beiHomer will man die gleiche Vorstellung ausgesprochen finden, wenner den verwundeten und dadurch betäubten Hektar daliegen läßtanders denkend" ^); dabei setze er also voraus, daß auch die wirrDenkenden doch noch denken, nur nicht dasselbe. Es sei nun klar,daß, wenn beides ein Denken sei, auch die Dinge zugleich sound nicht-so seien. Hier kommt man nun aber auf ganz leidige Re-sultate: denn wenn diejenigen, welche am meisten die zugänglicheWahrheit erkannt haben, d. h. doch Diejenigen, welche die Wahrheitam meisten suchen nnd lieben, wenn diese über die Wahrheit der-artige Vorstellungen haben nnd derartige Aeußerungen thun, so solltejeder, der mit Philosophie sich befassen möchte, von vorn herein ver-zweifeln. Denn das Forschen nach Wahrheit würde dann ein reinesVexirspiel werden.

Indessen diese Vorstellungen sind bei den genannten Philosophendadurch zu erklären, daß sie, während sie die Wahrheit in Betreff desSeienden zu erforschen suchten, das Seiende mit dem sinnlich Wahr-nehmbaren identifizirlen; im Sinnlichen aber ist das Wesen des Un-bestimmten stark vertreten nnd das Wesen des Seienden, das wir obenbezeichnet haben ^); so kommt es, daß ihre Behauptungen ganz plau-sibel anssehen, wenn sie gleich nicht recht haben. Ein solches Urtheil

niinstigkeit sucht er im Warmen. Aber auch hier schließt Aristoteles zu viel. S.Zeller, griech. Phil. I, 486 sf.

1) Uebcr die wahrscheinliche Bedeutung dieser Worte s. Zeller griech. Philos.I, 828 Anm. 8. Die Sinne sind nach Anaxagoras keineswegs genügend zur Er-keuntniß der Wahrheit.

2) Wenn Aristoteles eine Stelle in Jl. XXII meint, so muß er einen andernText, als den nnsrigen, vor sich gehabt habe»; wofern überhaupt sein Mat genausein soll.

Peinlich das bloß potenzielle Sein.