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jenigen, welche durch Verzweiflung an einer Lösung dieser Fragen aufsolche Behauptungen gekommen sind, ist leicht zu heilen; bei ihnen hatdie Widerlegung nicht bloß gegen Worte, sondern gegen ein ernstlichesDenken sich zu richten; dagegen bei denjenigen, welche so behaupten,nur um etwas zu behaupten, besteht die Heilung lediglich darin, daßman ihre Worte zurückweist, welche ja nichts anderes sind als Lauteund Phrasen.
Die Elfteren sind auf ihre Ansicht, wornach das Widersprechendeund Entgegengesetzte zugleich existiren soll, von der Sinneswahrneh-mung aus gekommen, indem sie nemlich die Beobachtung machten, daßaus eben demselben das Entgegengesetzte entstehe. Ist es nun nichtmöglich, das Entstehen des Nichtseienden anzunehmen '), so müßtedas betreffende Ding vorher beides ohne Unterschied gewesen sein; wiedenn auch Anaxagoras sagt, alles sei in allem gemischt, und auch De-mokrit gehört hieher; auch dieser sagt ja, das Leere und das Volleseien in gleicher Weise vorhanden an jedem Atom, trotzdem daß er daseine das Seiende, das andere das Nichtseiende nennt ^). Gegen dieseBegründung der in Frage stehenden Behauptung werden wir zu er-widern haben, daß dabei in gewissem Sinn etwas richtiges zu Grundeliegt, in gewissem Sinn aber nicht. Nemlich: das Seiende ist inzweifachem Sinn zu verstehen, so daß, je nachdem man es versteht,aus dem Nichtseienden etwas werden kann oder auch nicht, uud daßeben dasselbe zugleich seiend und nichtseiend sein kann ^), nur ist dasSein nicht beidemal in gleichem Sinn zu fassen: nemlich der Möglich-keit nach, potenziell kann eins und dasselbe zugleich entgegengesetztessein, der Wirklichkeit nach aber, aktuell, ist es nicht möglich. — So-dann aber werden wir auch noch die Annahme einer andern Existenz-form des Seienden verlangen, welcher lediglich keine Bewegung zu-kommt und kein Vergehen noch Werden.
Ebenso ist nun bei einigen die Auffassung, daß das Scheinendedas Wahre sei, aus der Sinneswahrnehmung hervorgegangen. Denn
Oder positiv: muß das Entgegengesetzte, welches entsteht, auch vorher schon,als solches, vorhanden gewesen sein. Ließ der Syllogismus der Herakltteer.
2) Vgl. Zeller, griech. Phil. I, ÜSS.
H «eiend potenziell, nicht-seiend aktuell.