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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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und Weniger in der Natur des Seienden begründet. Denn nicht ausgleiche Weise gilt von zwei und drei die Aussage, daß sie gerade Zah-len seien '), und wer sagt, vier sei fünf, irrt doch nicht so, wie der,welcher sagt, vier sei tausend. Ist nun hier ein Unterschied, so istklar, daß der eine mehr, der andere weniger recht hat. Ist nun abermehr" näher bei der Wahrheit, so gäbe es also ein Wahres, welchemdas mehr Wahre näher stände. Und selbst wenn nicht, so gäbe esdoch jedenfalls ein mehr Sicheres und Wahres, und wir wären auchso erlöst von diesen maßlosen Behauptungen, welche jede logische Be-stimmung unmöglich machen.

Fünftes Kapitel.

Nähere Charakterisirung der Gegner dieses Satzes und Methode derWiderlegung. Wie in ihren Bestimmungen eine gewisse Wahrheit liegt,die sie aber nicht richtig aufzufassen wissen.

Von derselben Ansicht geht auch die Lehre des Protagorasaus und so müssen die beiden Lehren nothwendig mit einander stehenoder fallen. Denn wenn alles dasjenige wahr ist, was einem jedenso scheint oder so vorkommt, dann muß nothwendig alles zugleich wahrund-.falsch sein. Denn die Meinungen sind ja vielfach einander ganzentgegengesetzt und jeder glaubt dann, wer nicht seine Meinung theile,der sei im Jrrthum; so daß nothwendig eins und dasselbe sein undnicht-sein muß. Und ist dieß wirklich der Fall, so ist nothwendigalles, was so oder so scheint, wahr; denn die Meinungen derjenigen,die das Falsche, und derjenigen, die das Wahre behaupten, sind jaeinander entgegengesetzt. Würde nun diese Auffassung der Wirklichkeitentsprechen, so müßten immer alle recht haben. Es ist also klar, daßbeide Lehren von derselben Grundanschauung 2) ausgchen. Allein dieMethode der Widerlegung darf doch nicht allen gegenüber die gleichesein: die einen muß man durch Gründe zu überzeugen suchen, bei denandern aber muß man Gewalt brauchen. Denn die Verirrung der«

Hier ist es übrigens genau genommen kein Mehr oder Weniger, sondernJa oder Nein. Das Beispiel ist nicht glücklich gewählt.

-) Nemlich daß es nichts festes, objektiv wahres gebe.