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Bejahung, wo Verneinung ist, so muß man offenbar die Aussagentrennen; z. B. man sagt: dieß ist weiß, — und ein andermal: es istnicht weiß, oder man verfährt ohne Trennung. Thut man das letz-tere, so sagt man nicht, was man sagt *), und es ist überhaupt nichts,was aber nicht ist, könnte doch sicherlich nicht reden oder gehend; —und ferner wäre alles Eins, wie schon oben gesagt, und Mensch, Gott,Dreiruderer und die Verneinungen dazu würden alle zusammensallen.Denn wenn man ohne Unterschied jedes bejahen und verneinen darf,so ist keines mehr verschieden vom andern, denn wäre es verschieden,so wäre es etwas Wirkliches, Eigenthümliches. — Auf dasselbe Re-sultat kommt man aber auch, wenn man die oben genannte Trennungeintreten läßt^). — Ferner: alle würden die Wahrheit und zugleichdie Unwahrheit sagen, und jeder würde von sich selbst zugeben müssen,daß er die Unwahrheit sage. Zugleich kann man offenbar gegen einensolchen Gegner über gar nichts mehr disputiren; denn was er sagt,ist ja nichts. Denn er sagt weder so noch so, sondern zugleich so undnicht-so. Und wiederum verneint er beides und sagt: weder so nochnicht-so; sonst hätte man ja sofort etwas Positives. — Ferner: wennmit der Wahrheit der Bejahung die Unwahrheit der Verneinung ge-setzt ist und mit der Wahrheit der Verneinung die Unwahrheit derBejahung, so ist es offenbar unrichtig, dasselbe zugleich zu bejahenund zu verneinen. — Doch vielleicht wendet man ein: das sei ebendie von Anfang an gestellte Streitfrage. — Ferner: ist derjenige imJrrthum, welcher glaubt, cs sei etwas so oder nicht°so, und hat der-jenige recht, welcher beides zugleich behauptet? Hat der letztere recht,wie könnte man noch sagen: das Seiende sei so oder so beschaffen?Hat er aber nicht recht, ist vielmehr die elftere Annahme die richtige,dann hätte man ja für das Seiende irgend welche bestimmte Beschaf-fenheit und dieß wäre wahr und nicht zugleich auch nicht-wahr.
t) Weil mau in diesem Fall in Einein Athem bejaht und verneint.
2j Die Erfahrung aber, daß gewisse Geschöpfe reden und gehen, ist da undwiderlegt also die Gegner.
„Und wenn sic dir die Bewegung leugnen,
Geh' ihnen vor der Nase herum."
5) Weil doch das Subjekt, auf welches Bejahung und Verneinung sich be-ziehen, dasselbe ist.