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andres als Accidens zukäme; denn aus all dem bekäme man nichtetwas bestimmtes. Aber auch dem Weißen kann nicht ein weiteresAccidens zukommen, z. B. das Gebildete, denn weiß ist ebensogutein Accidens von gebildet, als gebildet von weiß. Zugleich habenwir die Bestimmung ausgestellt, daß die Verbindung bald so ist, wiezwischen Accidens und Accidens, bald wie zwischen Accidens und Sub-jekt, z. B. in der Verbindung von weiß und Sokrates; was nun dencrsteren Fall betrifft, so kann man nicht sagen, daß ein Accidenseinem anderen Accidens in accidenteller Weise zukomme, sondern esist nur die zweite Art möglich, woraus dann hervorgeht, daß nichtalles bloß als Accidens ausgesagt wird. Also muß etwas festes dasein, was die Substanz, das Wesen bezeichnet. Ist aber dieß, so istes, wie oben gesagt, unmöglich, daß zugleich das Widersprechendedavon ausgesagt werde.
Ferner: wenn man von ebendemselben alles mögliche einanderWidersprechende zu gleicher Zeit aussagen darf, so kommt man offen-bar auf den Satz, daß alles eins ist. Dann ist Dreiruderer, Wand,Mensch eins und dasselbe, wenn es erlaubt ist, von allem etwas ebensogut zu bejahen, als zu verneinen; eine Consequenz, zu welcher dieSchüler des Protagoras geführt werden. Denn wenn es dann je-mand beliebt, den Menschen keinen Dreiruderer sein zu lassen, nundann wird er eben kein Dreiruderer sein, folglich ist er es aber auchzugleich, wenn doch das Widersprechende wahr ist. So kann mandann mit Anaxagoras sagen: „alle Dinge durch einander" ; undalso existirt dann keines in Wirklichkeit. Also bekommt man auf die-sem Weg offenbar das Unbestimmte, und während man vom Seiendenzu reden glaubt, redet man eigentlich vom Nichtseienden; denn wasnur der Möglichkeit nach ist, und nicht der Wirklichkeit nach, ist ebendas Unbestimmte. Indessen müssen die Gegener zugeben, daß vonallem alles 3) beliebig verneint oder bejaht werden kann, denn eswäre doch sinnlos, wenn einem Gegenstand die Verneinung einesandern, was es nicht ist, nicht znkommen sollte, während ihm die Ver-
>) S. Zeller griech. Phil. I. 890.
2) S. Zeller griech. Phil. I, 7SS. Amn. 3.
5) Nach Bonitz 7r«r-rox re.